Technik Schwebende 3D-Hologramme zum Anfassen

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Wissenschaftler aus England haben ein Hologramm entwickelt, das wir sehen, hören und sogar fühlen können. Das ist so bisher niemanden gelungen.

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16:05 Uhr
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SWR2

In Science-Fiction-Filmen beeindrucken Hologramme uns schon lange – also dreidimensionale Bilder, die in der Luft schweben. In den Filmen sind oft ganze Personen zu sehen – sie können auch sprechen. Das Hologramm macht also Geräusche. Genau daran arbeiten auch Wissenschaftler aus England. Die Forscher haben ein Hologramm entwickelt, das man nicht nur sehen kann.

Hologramme zum Sehen, Hören und Fühlen

Ein Knopfdruck und plötzlich schwebt ein Smilie in der Luft, macht sogar Geräusche. Und damit nicht genug: Die dreidimensionale Figur kann man sogar spüren. Keine Szene aus einem Sience-Fiction-Film, sondern aus einem Labor von Wissenschaftlern der University of Sussex aus England.

Ein Smiley gehört noch zu den einfacheren holograpischen Objekten. (Foto: Pressestelle, Interact Lab / University of Sussex/ Tokyo university of science)
Ein Smiley gehört noch zu den einfacheren holograpischen Objekten. Pressestelle Interact Lab / University of Sussex/ Tokyo university of science

Lautsprecher bringen Styroporkugel zum Schweben

Wie im Sience-Fiction-Film schwebt das Hologramm auch im Labor in der Luft – allerdings umgeben von vielen kleinen Lautsprechern. Insgesamt 512 Lautsprecher sorgen hier mit Ultraschall für das Hologramm.

Die Schallwellen bewegen eine kleine weiße Styropor-Kugel. Die Kugel zeichnet dann das dreidimensionale Bild in die Luft. Die Ultraschallwellen bewegen die Kugel dabei so schnell, dass unser Auge die Bewegung der Kugel nicht mehr wahrnehmen kann. Gleichzeitig wird die Kugel durch LEDs beleuchtet. So entsteht für uns Menschen ein buntes, dreidimensionales Bild.

Der Versuchsaufbau. Miniaturlautsprecher bringen eine kleine Styroporkugel zum Schweben. (Foto: Pressestelle, Interact Lab / University of Sussex/ Tokyo university of science)
Der Versuchsaufbau. Miniaturlautsprecher bringen eine kleine Styroporkugel zum Schweben. LEDs sorgen für Farbeffekte. Es gibt auch ein taktiles Feedback - quasi ein Hologramm zum Anfassen. Pressestelle Interact Lab / University of Sussex/ Tokyo university of science

Schallwellen erzeugen Kribbeln in den Fingerspitzen

Nicht das erste Hologramm: Denn durch Lasertechnik können schon länger freischwebende Bilder in der Luft dargestellt werden. Doch die Entwicklung aus England geht noch einen Schritt weiter, weil man das Hologramm auch fühlen kann.

Streckt jemand seine Hand in Richtung Hologramm, sorgen Schallwellen für ein Kribbeln in den Fingerspitzen. Der Schall drückt dabei auf die Finger und die Fingerspitzen fangen an zu kribbeln. So haben wir das Gefühl, das Hologramm zu berühren – nur ein Vorteil der Schallwellen-Technik. So macht das Hologramm auch akustisch auf sich aufmerksam. Das Hologramm können wir also auch hören.

Ist das Holodeck aus Star Trek in greifbarer Nähe? Noch nicht - aber jetzt gibt's ein Hologramm zum Anfassen.

Technik zu langsam für Darstellung komplexer Objekte

Die kleine Kugel kann nämlich nicht nur ein Bild in die Luft zeichnen, sondern dabei auch noch schwingen und so je nach Frequenz verschiedene Töne wiedergeben. Bisher können die Wissenschaftler mit ihrem Prototyp aber nur sehr einfache Töne abspielen.

Das geht in den Sience-Fiction-Filmen natürlich schon viel besser. Nicht die einzige Schwäche der neuen Technik. So können die Wissenschaftler bisher nur wenige Zentimeter große Hologramme darstellen. Für größere und komplizierte Figuren bewegt sich die weiße Kugel noch zu langsam. Um später wirklich mit Science-Fiction-Filmen mithalten zu können, wollen die Wissenschaftler also vor allem das Tempo erhöhen. Auch der recht eindimensionale Klang ließe sich laut den Wissenschaftlern so verbessern. Und wer weiß: Vielleicht schweben irgendwann wirklich ganze 3D-Figuren in der Luft, die dann sogar sprechen können.

Hologramm zum Anfassen (Foto: Pressestelle, Interact Lab / University of Sussex/ Tokyo university of science)
Mit der neuen Technik lassen sich auch schon etwas komplexere Objekte erzeugen. Pressestelle Interact Lab / University of Sussex/ Tokyo university of science
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