Kommunikation So streitet man sachlich über das Klima

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Ernährung, Verkehr, Urlaub - das Thema "Klima" schwingt heute immer mit. Dabei wird die Diskussion schnell hitzig und emotional. Aber geht das auch anders?

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Wenn man über das Klima und seinen Wandel diskutiert, sind die wissenschaftlichen Grundlagen oft kein Thema. Das macht es nicht einfach, über den Klimawandel zu sprechen, ohne sich gleich in eine hitzige Diskussion zu verstricken.

Bei einem Workshop der K3 Klimakonferenz in Karlsruhe haben die Teilnehmer gelernt, wie ein gutes Gespräch über den Klimawandel möglich ist. Das heißt: Wie man über den Klimawandel sprechen kann, und am Ende sogar etwas dabei lernt. Über klimafreundliches Verhalten, oder einfach über andere Ansichten.

Respekt, Augenhöhe, das sind Stichworte, die in der Gruppe fallen. Die Teilnehmer sind sich einig: Respekt für den Lebensstil und die Meinung des anderen ist der erste Schritt für eine gesunde Diskussion. Auch wenn der andere gern in den Urlaub fliegt oder einen SUV fährt.

Fridays for Future Plakat (Foto: SWR)
Gerade wenn es um die Fridays for Future - Demonstrationen geht, werden die Diskussionen schnell emotional. Befürworter und Gegner stehen sich oft scheinbar unversöhnlich gegenüber.

Geleitet wurde der Workshop von Imke Hoppe. Sie erforscht Klimakommunikation an der Uni Hamburg. Für die Diskussionen zu Klimathemen empfiehlt sie:

  • Persönliche Gespräche - vor allem im Freundeskreis oder innerhalb der Familie. Denn dort sei es möglich, wirklich inhaltlich über den Klimawandel zu diskutieren. Und das könne dazu führen, dass man sich mehr dafür interessiert oder sogar sein Verhalten ändert.
  • Gemeinsamkeiten finden, die verbinden. Das muss gar nichts mit Klima zu tun haben. Aber durch solche Gemeinsamkeiten könne ein Gespräch entstehen, das nicht gleich aus dem Ruder läuft, sobald kritische Themen angesprochen werden.
  • Nicht auf den richtigen Zeitpunkt warten. Um über den Klimawandel zu sprechen, sei eigentlich immer ein guter Zeitpunkt. Natürlich besonders, wenn man gerade einen Artikel zum Thema gelesen oder einen Film gesehen habe. Aber auch sonst solle man einfach auf sein Gefühl hören, empfiehlt die Wissenschaftlerin.
  • Wenn es zu emotional wird: Das Gespräch lieber abbrechen. Auch nach dem Gespräch will man ja noch mit dem Gesprächspartner befreundet sein. Man könne ja zu einem anderen Zeitpunkt weiter diskutieren - dann vielleicht etwas ruhiger und entspannter.
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