Astronomie

Woher wissen wir, wie die Milchstraße von "außen" aussieht, wenn wir doch mittendrin sind?

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Gábor Paál
Gábor Paál (Foto: SWR, Gábor Paál)

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Bisher keine "Originalaufnahmen" der Milchstraße von außen

Manchmal sieht man Bilder, die unsere Milchstraße von außen zeigen. Doch hier handelt sich nie um „Originalaufnahmen“. Es sind allenfalls mehr oder weniger realistische Projektionen auf der Basis dessen, was die Astronomie heute über die Verteilung der Sterne weiß. So wie die Menschen schon vor dem Satellitenzeitalter Landkarten zeichnen konnten, ohne dass sie die Erde „von oben“ hätten sehen können. Um solche Karten zu zeichnen, genügen ja die Informationen, die man auf der Erde sammelt.

So ist das mit der Milchstraße auch. Astronomen können in den Himmel blicken, sie können die Sterne und ihre jeweiligen Entfernungen von der Erde bestimmen. Mit diesen Informationen können sie Himmelskarten zeichnen und mithilfe von Computern ausrechnen, wie die Milchstraße von außen aussehen müsste. Aber fotografiert hat das natürlich noch niemand – außer vielleicht außerirdische Zivilisationen, von denen wir aber noch nichts wissen.

Wird es irgendwann solche Aufnahmen geben?

Zumindest bei den Sonden, die heute unterwegs sind, dürfen wir keine große Hoffnung haben. Am ehesten kämen dafür ja die Voyager-Raumsonden in Betracht, die 1977 auf ihren Weg ins All geschickt wurden. Aber die haben es bisher gerade mal an den Rand des Sonnensystems geschafft.

Voyager 1 hat im Jahr 1990 ein sogenanntes "Familienporträt" unseres Sonnensystems aufgenommen. Es zeigt immerhin 6 der 8 Planeten. Aber das ist im Moment das Höchste der Gefühle in Bezug auf "Blicke von außen" auf die Erde.

Erst 2013 hat Voyager 1 die Heliosphäre verlassen – den inneren Bereich des Sonnensystems, insofern ist in den nächsten Jahren vielleicht noch mehr zu erwarten.

Dass Voyager-Sonden irgendwann auch mal die Milchstraße verlassen könnten und ein Foto von außen machen – das werden wir leider nicht erleben. Rein rechnerisch müssten die Sonden bei ihrer jetzigen Geschwindigkeit noch viele Milliarden Jahre unterwegs sein und höchstwahrscheinlich werden sie auch dann die Milchstraße nicht verlassen, sondern zu einem Teil von ihr werden – sprich, wie die Sonne und all die anderen Sterne der Milchstraße auch um deren Zentrum kreisen. Sie werden uns dann auch keine Fotos mehr schicken, denn die Raumfahrtbehörden rechnen damit, dass wir ca. 2020 den Kontakt zu den Sonden verlieren werden.

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