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Woher kommt "Klappe zu, Affe tot"?

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Rolf-Bernhard Essig
Rolf-Bernhard Essig (Foto: IMAGO, SWR, imago/Lichtgut)

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Herkunft nicht eindeutig zu klären

Die Redewendung ist tatsächlich etwas seltsam. Man hat viel darüber nachgedacht und es gab sogar ein Lied, das nach dem Mauerbau in der DDR in Auftrag gegeben wurde mit genau diesem Text: Klappe zu, Affe tot – als hätte man den Weltfrieden mit dem Mauerbau gerettet.

Es gibt aber die Überlegung, dass es vielleicht mit dem Affen gar nichts zu tun hat. Auch in anderen Redewendungen kommt der "Affe" vor. Es geht aber um das niederdeutsche "Apel", was so viel wie "offen" bedeutet. Man könnte daher denken, dass es vielleicht so viel heißt wie "ganz zu".

Also: Klappe zu und "apel tot" im Sinne von: Das Offene ist auch nicht mehr offen. Das wäre eine doppelt verschlossene Sache, eine, die wirklich ganz abgeschlossen ist.

Wurzeln möglicherweise im Niederdeutschen

Ich muss aber zugeben, dass es sich um eine Redewendung handelt, über die die Gelehrten streiten. Das ist gar nicht so selten. Wenn man sich überlegt, dass auch diese Redewendung relativ alt ist, dann kann das irgendwann einmal jemand aufgebracht haben, der natürlich genau wusste, warum, und sein Umfeld wusste das auch. Aber die haben das nicht immer aufgeschrieben. Es kann also mit dem Niederdeutschen zu tun haben, aber es ist nicht so ganz klar zu entscheiden, ob es wirklich das Niederdeutsche ist oder nicht.

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