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Warum wird Anisschnaps wie Ouzo oder Raki milchig-trüb, wenn man ihn mit Wasser verdünnt?

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AUTOR/IN
Gábor Paál
Gábor Paál (Foto: SWR, Gábor Paál)

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Das hängt mit den ätherischen Ölen im Anis zusammen. Wir wissen aus der Schule, Öl und Wasser mögen sich nicht so – es gibt ölige und wässrige Flüssigkeiten, aber die können sich nicht mischen. Alkohol ist eine Art Zwitterwesen – er ist wasserlöslich, aber das Alkoholmolekül hat auch eine fettliebende Seite, weshalb sich Öle – in kleinen Mengen – in reinem Alkohol lösen. Deshalb lösen sich auch die ätherischen Anis-Öle im Schnaps, sodass der Schnaps klar bleibt.

Wenn man aber Wasser dazu gibt, ist es damit vorbei. Die Öltröpfchen mischen sich nicht mit dem Wasser, sondern bilden klare Grenzen – wie ein Tropfen Öl im Wasser, nur viel kleiner. Und an dieser Grenzfläche zwischen dem Öltröpfchen und dem Wasser wird das Licht gestreut. In der Physik spricht man vom Louche-Effekt.

Das ist im Grunde das Gleiche wie bei Milch – auch da sind es ja die vielen kleinen Fetttröpfchen, die in Verbindung mit Wasser die Milch trüb werden lassen. Und beim verdünnten Ouzo ist es auch so – nur dass es dort eben keine Fetttröpfchen sind, sondern die ätherischen Öle der Anissamen.