STAND
AUTOR/IN

Audio herunterladen ( | MP3)

Mit gewissen Einschränkungen. Also, wenn der Himmel wirklich strahlend blau ist, kein Wölkchen weit und breit, wäre es schon sehr ungewöhnlich, wenn da plötzlich ein Blitz einschlagen würde. Was es aber gibt, sind Blitze, ohne dass im engeren Umkreis eine Gewitterwolke zu sehen wäre. Die Betonung liegt dabei auf "im engeren Umkreis", denn irgendwo in 10-20 Kilometern Entfernung ist sie dann in der Regel doch. Aber sie sticht vielleicht nichts ins Auge, oder ein Berg ist dazwischen, so dass der Blitz wirklich wie aus heiterem Himmel wirkt.

Und wie entstehen diese Blitze?

Es gibt eine Erklärung, die mal in der Zeitschrift Nature Geoscience im Jahr 2008 veröffentlicht wurden ist. Die geht so: Die Grundlage für solche Blitze sind zunächst dieselben Bedingungen, unter denen auch sonst Gewitter entstehen. Also: Es gibt in einer Gewitterwolke starke Aufwinde. Diese Winde transportieren auch positiv geladene Wasserteilchen bzw. Eiskristalle nach oben. Dadurch wird der obere Teil der Wolke positiv geladen, der untere negativ. Und irgendwann baut sich dann eine so starke Spannung auf, dass sie sich in Form eines Blitzes entlädt.

Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten: Die normalen Blitze, die wir so sehen, die auch für uns gefährlich sein können, sind Blitze zwischen Wolke und Boden. Hier entlädt sich die Spannung zwischen dem unteren, negativen Teil der Wolke und dem noch einigermaßen neutralen Erdboden. Daneben gibt es aber auch Blitze innerhalb der Wolke, nämlich zwischen dem unteren negativen Teil und dem oberen positiven Teil. Und das sind jetzt die für uns interessanten.

Denn manchmal passiert es, dass diese Entladung zwischen dem unteren und dem oberen Rand der Wolke nicht vollständig ist, z.B. weil es oben in der Wolke nicht genügend positive Teilchen gibt, um die negative Ladung unten auszugleichen. Und dann kann zweierlei passieren. Entweder der Blitz setzt sich dann über die Wolkengrenze noch weiter nach oben fort. Oder aber: Er schlägt über einen Seitenast wieder einen Bogen zur Erdoberfläche – nur eben zehn oder zwanzig Kilometer von der eigentlichen Gewitterwolke entfernt. Und wie beim normalen Blitz auch, kann dann auch ein Donner hinterherkommen.