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Wenn man nur die Energie betrachtet, ist es günstiger, die Heizung abzustellen. Es stimmt zwar, dass das Wiederaufheizen der Räume viel Energie kostet, weil ja auch die Wände abgekühlt sind, trotzdem braucht es eben nicht so viel, wie wenn man durchheizen würde. Das ist auch logisch, denn: Wir müssen in jedem Fall so viel heizen, wie die Wohnung an Wärme in der Zwischenzeit verliert. Und die Wohnung und auch die Wände geben immer Wärme nach draußen ab. Und dieser Wärmeverlust ist sogar umso größer, je größer der Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außentemperatur ist. Halte ich die Temperatur in der Wohnung bei 20 Grad, ist der Wärmeverlust höher als wenn ich die Heizung ausstelle.

Man kann das Prinzip mit einem Eimer vergleichen, der an der Seite einen Riss hat, sodass er immer wieder Wasser verliert. Wenn der Pegel im Eimer konstant bleiben soll, muss immer etwas Wasser nachfließen, sonst läuft er leer. Wenn ich den Eimer aber eine Zeitlang nicht brauche, wäre es dumm, den Pegel in der Zwischenzeit konstant zu halten. Wenn ich den Eimer einfach stehen lasse, ohne dass Wasser nachfließt, verliert der Eimer auch erstmal Wasser – aber höchstens so viel, wie drin ist, und je weniger drin ist, desto weniger verliert er auch. Am Schluss brauche ich zwar viel Wasser, um ihn wieder aufzufüllen, aber nie so viel, wie wenn ich den Pegel konstant gehalten habe.

Vorsicht Schimmelbildung

Und genauso ist das bei der Heizung auch: Deshalb ist es rein energetisch gesehen günstiger, die Heizung beim Verlassen der Wohnung oder auch im Urlaub komplett abzustellen. Aber zwei andere Gründe sprechen dafür, doch ein gewisses Temperaturniveau zu halten. Erstens: Abgestellte Heizungsrohre, vor allem, wenn sie schlecht isoliert sind, können bei Frost kaputtgehen. Und wenn vorher warme Raumluft abkühlt, kondensiert Feuchtigkeit an den Wänden, was zu Schimmelbildung führen kann. Deshalb raten Expertinnen und Experten, die Raumtemperatur in den Wohnräumen, die sonst warm sind, nicht unter 15 bis 16 Grad sinken zu lassen. Denn sonst besteht die Gefahr, dass das, was man an Energiekosten vermeintlich spart, hinterher wieder für Renovierungsarbeiten draufgeht.

Sonderfall Fußbodenheizung

Fußbodenheizungen sind ein Sonderfall. Denn sie reagieren sehr langsam. Nach dem Abschalten kann der Boden Stunden brauchen, bis er abkühlt, und oft ebenso lang, um wieder die Regeltemperatur zu erreichen. Das ist nur sinnvoll, wenn man diesen zeitlichen Verzug beim Verlassen der Wohnung einkalkuliert und die Zeitschaltung z.B. entsprechend plant.

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