Religion Woher kommt der Glaube an ein höheres Wesen?

Dauer

Der Glaube, dass Menschen an ein höheres Wesen glauben, ist uralt, älter als die Wissenschaft selbst. Vor über 3.000 Jahren haben offenbar überall auf der Welt Menschen angefangen, einer höheren Wirklichkeit zuzuschauen. Wir schauen ja heute noch nach oben. Die entscheidende Größe war, dass man nicht wusste, was man tun sollte. Es ging nicht darum, etwas zu erklären wie z.B. Blitze oder Jahreszeiten. Sondern die Menschen wollten wissen, soll ich die Feinde jetzt angreifen oder nicht, soll ich einen Eroberungsfeldzug führen oder nicht? Da ist guter Rat teuer. Und da hat man eben gesagt, Gott hat gesagt, ich soll. Alles Christliche fängt mit Kämpfen an – übrigens wie das Leben auch. Die Frage, ob Gott die Menschen oder die Menschen Gott erfunden haben, beantworte ich so: Ich glaube, dass Gott ein Gedanke ist, der im Lauf der evolutionären Entwicklung für die Menschen ein Vorteil gewesen ist.

Religionen beweisen sich nämlich dadurch, dass ihre Anhänger Kinder bekommen. Und Kinder bekommen heißt, dass ich bessere Überlebenschancen habe. Das ist für mich völlig eindeutig. Aber die Frage ist trotzdem, wieso haben wir eine ganz bestimmte Konfiguration, die nicht an Götter glaubt, die nicht irgendwelche kleinen Fummelaufgaben übernehmen, sondern an einen großen Gott, der die große Schöpfung geschaffen hat, das ganze Große. Dahinter steckt die Suche nach dem Einen, die auch hinter der Wissenschaft steckt. Wir suchen ja nach der Einheitstheorie, nach der Weltformel, nach dem einen Gott.

Woher dieses Verlangen kommt, finde ich sehr spannend. Ich glaube, dass das nicht nur mit Neugierde zu tun hat, sondern auch mit dem Wunsch der Menschen, das Herz zu wärmen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sozusagen religiöse Antworten auf bestimmte Fragen mich viel wärmer das Leben erfahren lassen als nur wissenschaftlich-rationale Antworten, obwohl ich die auch bevorzuge, weil man nur damit eigentlich zurecht kommt und weiterleben kann, wie man möchte.