Klimaforschung Welche Rolle spielen die Erderwärmung und das CO2 in der Klimadiskussion?

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
16:05 Uhr
Sender
SWR2

Klimawandel hat es in der Tat immer schon gegeben. Der große Unterschied zu heute sind die Geschwindigkeit und die Intensität. Klimaleugner gehen von einer falschen Annahme aus.

Global ist es seit der letzten Eiszeit um vier Grad wärmer geworden auf diesem Planeten. Vier Grad – das klingt erst mal nach gar nicht so viel.

Erwärmung um 4°C in 11.000 Jahren gegenüber 1°C in den letzten 100 Jahre

Schauen wir zurück in die Eiszeit und sehen wir uns die Alpen und Baden-Württemberg an: Große Teile des Südens von Baden-Württemberg waren vereist. Die Alpentäler lagen alle unter Eis. Die Welt vor 11.000 Jahren war eine völlig andere. In diesen 11.000 Jahren gab es also vier Grad Erwärmung. Und jetzt kommt der Punkt: Heute haben wir eine Erwärmung von einem Grad, und zwar in nur hundert Jahren. Das sind vier Grad in 11.000 Jahren versus eins in hundert. Das macht die Zahl Eins deutlicher und größer.

Klimaleugner haben unrecht

Ein zweiter Punkt: Die Konzentration des CO2 hat sich seit der vorindustriellen Zeit deutlich erhöht. Damals waren es etwa 280 ppm, das heißt „Parts Per Million“. Heute sind es etwas über 400 ppm. Die Zahl zeigt ein Wachstum, aber wenn Sie es umrechnen, dann haben Sie 0,04 Prozent. Das verunsichert viele Menschen, weil sie natürlich sagen: 0,04 Prozent CO2 – wie soll das so einen Klimawandel verursachen?

Dieser Gedanke geht jedoch von einem Fehler aus, der besagt, dass die Menge ausmacht, wie wirksam ein Gas sein kann. Das ist falsch.

Entscheidend ist nicht die Menge, sondern die Wirksamkeit

Schauen wir uns als Beispiel das Ozonloch an. Das Ozonloch ist allein von Menschen gemacht. Und zwar durch das FCKW, also dem Chlor-Anteil, den es von selbst in der Natur nicht gibt. Der ist eine Million Mal geringer als das CO2. Und doch ist das Ozonloch ganz schön groß und rein menschengemacht.

Man stellt also fest: Es kommt nicht auf die Menge an, sondern auf die Wirksamkeit. Das Treibhausgas CO2 wirkt sich tatsächlich aus und erwärmt unsere Atmosphäre. Es gibt zudem einen natürlichen Treibhauseffekt; den gab es immer schon. Ohne Treibhausgase hätten wir heute minus 18 Grad. Wenn wir nun weitere Gase eintragen, nehmen die Temperaturen weiter zu – und das beobachten wir.