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Wie kommt das Salz ins Meer?

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Das meiste Salz stammt von den Kontinenten. Es sind Mineralien, aus denen die Gesteine des Festlands bestehen. Die Steine verwittern und mit den Flüssen gelangen die Mineralien ins Meer. Dort passiert dann folgendes: Das Meerwasser verdunstet wieder – das ist ja der normale Wasserkreislauf – aber beim Verdunsten bleiben die Mineralien zurück, und so hat sich im Lauf von Jahrmillionen immer mehr Salz angereichert. Diesen Vorgang kennt man schon seit über hundert Jahren.

Früher gab es auch Leute, die dann versucht haben, zurückzurechnen und auf diese Weise das Alter der Erde zu bestimmen. Die sich also überlegt haben: Irgendwann war das Meerwasser Süßwasser, heute kommen jährlich soundso viele Tonnen Mineralien ins Meer; sie haben dann ausgerechnet, wie lange muss es gedauert haben, bis das Wasser so salzig ist, wie es heute ist und kamen dann auf einen Wert von etwa 9 Millionen Jahren. Heute wissen wir, die Erde ist natürlich viel älter, aber es ist auch klar: Man kann so nicht rechnen. Weil der Mineralieneintrag ja auch immer schwankt, und andere Prozesse ja auch noch eine Rolle spielen. Interessant ist aber schon die Frage: Warum ist das Meer nicht noch viel salziger? Die Meeresorganismen, die wir heute kennen, vertragen den Salzgehalt, so wie er heute ist, aber nicht viel darüber hinaus. Wäre das Meer noch mal 30 Prozent salziger, würden das die Zellen nicht aushalten. Was umgekehrt vermuten lässt: In den letzten paar hundert Millionen Jahren kann der Salzgehalt nicht viel höher gewesen sein als heute. Die Frage ist also: Wenn immer mehr Salz ins Meer reinkommt, wie kommt es dann wieder raus?

Der Hauptmechanismus dabei sind Salzabscheidungen: Immer wieder bilden es in der Erdgeschichte große Meeresbecken vor allem in heißen Gebieten, in denen Wasser reinschwappt, dort verdunstet, bis die verbleibende Lake so salzig ist, dass sich große Salzseen bilden – kennen wir ja heute auch, aus Salt Lake City oder aus dem Iran – nur in noch größerem Umgang. Diese Salzablagerungen können dann von anderen Sedimenten überlagert werden, so dass sich dann Salzstöcke bilden – wie wir sie auch von Norddeutschland her kennen – bekannt ist der Salzstock bei Gorleben, das war ursprünglich mal verdunstetes Meerwasser. Das ist die Erklärung, wie ab einer bestimmten Salzkonzentration dann auch immer wieder Salz aus dem Meer abgeschieden wird, so dass über lange Zeiträume gesehen, nicht zuviel wird. Man weiß aber inzwischen auch, dass die Annahme, irgendwann habe es mal mit Frischwasser angefangen, so auch nicht stimmt. Im Gegenteil: Vor über einer Milliarde Jahre – als es nur winzige Mikroben auf der Erde gab – war das Wasser doppelt so salzig wie heute. Und das ist auch eine der Erklärungen, warum es in dieser Frühzeit der Erde doch so lange gedauert hat, bis sich höhere Lebensformen gebildet haben. Denn ab einem bestimmten Salzgehalt kann sich kein Sauerstoff mehr im Wasser lösen, und weil es damals Leben nur im Meer gab, waren alle Lebensformen, die auf Sauerstoff angewiesen waren, unmöglich.