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Wie können Geckos Wände oder gar Glasscheiben hochklettern?

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AUTOR/IN
Gábor Paál
Gábor Paál (Foto: SWR, Gábor Paál)

Die Kletterkünste des Geckos sind absolut einmalig im Tierreich: Mit ihren Haftzehen können die kleinen bunten Echsen problemlos auch spiegelglatte Oberflächen erklimmen. Verantwortlich für diesen „Klebeeffekt“ sind die Van-der-Waals-Kräfte: Die Lamellen an den Geckozehen sind ähnlich aufgebaut wie die Haftpolster am Fuß einer Fliege. Die Härchen daran sind so oft verzweigt, dass sie letztlich nicht breiter als 150 Nanometer sind – zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist 400 Mal dicker. Um diese Abermillionen an Härchen nun in möglichst engen Kontakt zum Untergrund zu bringen, zieht sie der Gecko beim Absetzen ein wenig zurück - dabei entsteht auf molekularer Ebene der ausschlaggebende Effekt: Nähern sich die Atome der Hafthärchen denen des Untergrunds, verschiebt sich auf beiden Seiten die Verteilung der Elektronen. Auf diese Weise entstehen Ladungsunterschiede, die sich anziehen. Dies lässt den Gecko wie von Geisterhand an Scheiben und Zimmerdecken haften. Doch wenn der „Klebeeffekt“ so gut funktioniert - wie kommt der Gecko wieder von der Stelle? Ganz einfach: Er löst nach und nach einen Haftpunkt nach dem anderen. Das ist kraftsparend und ermöglicht ihm ein – wenn auch langsames – so doch sicheres Fortkommen.