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Gábor Paál (Foto: SWR, Gábor Paál)

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Aktuell ist Platin etwa 30 Prozent teurer als Gold. Wenn ich Gold kaufe, liegt der Tageskurs im Moment bei 33 Euro pro Gramm, beim Platin sind es 43 Euro. Warum ist das so? Preise sind bekanntlich ein Ergebnis von Angebot und Nachfrage. Schauen wir aufs Angebot: Platin kommt in der Erdkruste zwar etwa gleich häufig vor wie Gold, ist aber schwerer zu erschließen. Pro Jahr kommt 30-mal mehr neues Gold auf den Markt als Platin. Es gibt nur drei Gegenden, in denen es gewinnbringend abgebaut werden kann; die liegen in Südafrika, in Kanada und in Russland – und klar, wenn sich das auf wenige Orte verteilt, dann ist es für die Produzenten natürlich auch leichter, einen bestimmten Preis durchzusetzen. Das bestimmt aber den Preis nicht alleine, denn es muss auch Leute geben, die diesen Preis bezahlen.

Wenn wir 100 Jahre zurückdenken –da war Platin viel billiger, weil die Leute noch gar nicht wussten, was das für ein tolles Metall ist. Das haben sie erst im 20. Jahrhundert entdeckt. Da haben sie gesehen, dass Platin zum Beispiel einen höheren Schmelzpunkt als Gold hat. Es schmilzt erst bei 1700 Grad – Gold schon bei 1000 Grad. Das ist bei der Schmuckherstellung nicht so wichtig, wohl aber bei industriellen Anwendungen, und die sind es, die den Platinpreis in die Höhe getrieben haben. Eine Menge Platin wird ja heute in Auto-Katalysatoren eingesetzt. Dort kann man kein Gold verwenden, und dadurch ist die Nachfrage in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. Allerdings schwankt der Platinpreis sehr stark und nähert sich im Moment dem Goldpreis eher an.