1000 Antworten Was unterscheidet eine Trägerrakete von einer Langstrecken- oder Interkontinentalrakete?

Es gibt viele Parallelen zwischen einer zivilen Trägerrakete und einer militärischen Langstrecken- oder Interkontinentalrakete. Beide verwenden die gleichen mehrstufigen Antriebstechniken, beide dringen bis in den Weltraum vor. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass Trägerraketen in der Regel im All zerbrechen oder beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühen. Oder aber – wie die neuartigen Trägerraketen von Space-X und Blue Origin – sie landen wieder dort, wo sie gestartet sind. Langstreckenraketen dagegen durchlaufen eine sogenannte ballistische Flugbahn. Die kann zwar noch bis zum Wiedereintritt leicht korrigiert werden, aber im Wesentlichen ähnelt sie der Flugbahn eines geworfenen Balls oder einer schräg abgefeuerten Silvesterrakete. Nur dass Interkontinentalraketen eine Reichweite von bis zu 15000

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Kilometern haben. Um ihr Gepäck – im schlimmsten Fall eine Atombombe –ans Ziel zu bringen, führt eine Interkontinentalrakete außerdem einen hitzeresistenten Wiedereintrittskörper mit sich, in dem sich der Sprengkopf verbirgt. Aber auch das ist technisch ein vergleichbar kleines Problem. Die größte Herausforderung ist tatsächlich, die Rakete erst mal stabil in den Orbit zu bekommen. Das ist bei früheren koreanischen Raketentests auch immer wieder schiefgegangen. Bei den beiden Tests2012 explodierte eine der Raketen. Die wesentlichen Unterschiede zwischen Träger- und Interkontinentalrakete sind somit im wesentlichen Flugbahn und Hitzeschild. Ansonsten sind sie sich so ähnlich, dass man sie als zwei Modelle des gleichen Raketentyps ansehen kann und relativ leicht eine zivile Trägerrakete zur nuklearen Langstreckenrakete umrüsten kann.