1000 Antworten Muss ich mit klarem Wasser nachspülen, wenn ich Bio-Spülmittel verwende?

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Das ist im wahrsten Sinne des Wortes „Geschmackssache“. Egal, ob „Bio“ oder nicht:  Gesundheitsschädlich sind die Spülmittelreste nicht – trotzdem kann es sich empfehlen, das Geschirr nachzuspülen.

Sowohl „Bio-“ als auch konventionelle Spülmittel arbeiten mit Tensiden. Sie lösen das Fett und den Schmutz vom Geschirr. Der Unterschied ist: Bei Bio-Spülmitteln werden diese Tenside aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, bei konventionellen Spülmitteln meist aus Erdöl. Der Ausdruck „Bio“ sagt hier vor allem etwas aus über die Umweltverträglichkeit bei der Herstellung der Spülmittel aus bzw. darüber, wie gut sie im Abwasser abbaubar sind. Es sagt nichts darüber aus, wie „ungesund“ das Spülmittel ist.

Handspülmittel egal welcher Art sind aber offenbar nicht gesundheitsschädlich – zumindest wenn man den Studien glaubt, die es dazu gibt. Sinn und Zweck der Tenside im Spülmittel ist ja, die Oberflächenspannung des Wassers zu verringern. Bei einem ganz vollen Glas Wasser ist die Oberfläche normalerweise leicht nach oben gewölbt. Diese Wölbung ist Ausdruck der Oberflächenspannung. Gibt man einen Tropfen Spülmittel hinein, verschwindet die Wölbung. Und das gleiche passiert im Kleinen. Das heißt, wenn ich ein Glas nur unter kaltem Wasser abspüle und zum Trocknen hinstelle, bleiben an der Oberfläche Tropfen, und wenn diese verdunsten, bilden sich Wasserflecken. Wenn ich das Glas mit Spülmittel spüle, entstehen diese Tropfen nicht, sondern das Spülwasser läuft viel besser ab, als wenn ich nur klares Wasser nehme. Darum bleiben ohnehin recht wenig Rückstände am Glas haften.

Man kann nun ausrechnen, wie viel Spülmittel wir zu uns nehmen würden, wenn wir von Tellern essen und aus Gläsern trinken, die nicht mit klarem Wasser nachgespült wurden. Das Ergebnis: Ein einzelner Mensch würde in diesem Fall pro Jahr nicht einmal ein Gramm Spülmittel zu sich nehmen, und das ist gesundheitlich unbedenklich. Von daher ist es nicht zwingend notwendig, mit klarem Wasser nachzuspülen.

Aber trotzdem: Spülmittel im Essen will man vielleicht trotzdem nicht ...

Das ist dann eben Geschmackssache. Die wenigsten werden im Essen wohl diese geringen Spülmittel-Reste herausschmecken. Eher machten sie sich bei Getränken bemerkbar, und zwar bei allen Getränken, die schäumen oder perlen. Dort können selbst kleine Mengen an Tensiden schnell dafür sorgen, dass das Bier oder der Sekt im Glas nicht mehr so schäumt, wie es schäumen sollte. Und das wäre dann durchaus ein unerwünschter Nebeneffekt.