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297 mm x 210 mm: Wer denkt sich so was aus?

Wer ein DIN-A4-Blatt abmisst, erhält ziemlich krumme Zahlen. Es ist 297 mm lang und 210 mm breit – wer denkt sich so was aus? Warum genau diese Längen? Und warum genau dieses Seitenformat? Warum sind die Papierbögen nicht etwas breiter oder etwas länger?

Für das Seitenverhältnis gibt es einen triftigen Grund: Wenn man ein DIN-A4-Blatt halbiert, entsteht ein DIN-A5-Blatt. Das hat genau die gleichen Proportionen. Wenn man DIN A5 noch mal teilt, dann haben die daraus entstehenden A6-Blätter wieder genau die gleichen Proportionen. Das ist praktisch, wenn man den gleichen Inhalt auf ein kleineres Blatt drucken will. So bleiben die Proportionen erhalten; es würde sonst nicht passen.

Das funktioniert aber nur bei einem ganz bestimmten Seitenverhältnis. Nämlich dann, wenn sich Breite zu Länge verhalten wie 1 zu √2 – also ungefähr 1:1,41. Wenn die Seiten ein anderes Zahlenverhältnis haben, hat die halbierte Seite ein anderes Format.

DIN A0: ein Quadratmeter Papier

Aber wie kommt es zu den absoluten Zahlen? Warum ist nicht wenigstens eine der beiden Längen eine glatte Zahl? Man hätte ja sagen können, die Länge von DIN A4 ist genau 30 cm und nicht 297 mm. Auch das lässt sich leicht erklären: DIN A4 ist – das steckt ja schon im Namen – nicht der Ausgangspunkt, sondern DIN A4 ist wiederum die Hälfte von DIN A3. Darüber gibt es noch DIN A2, DIN A1 und DIN A0. Ein DIN-A0-Bogen ist 1189 mm lang und 841 mm breit – die Fläche eines Quadratmeters!

Das Basisformat DIN A0 wurde also so definiert, dass man dafür einen Quadratmeter Papier benötigt. Und wenn man es halbiert, viertelt und achtelt, behält es immer die gleiche Proportion.

Wilhelm Ostwald und das "Weltformat" für Druckerzeugnisse

Eingeführt wurde es übrigens vom Chemienobelpreisträger Wilhelm Ostwald. In der Chemie hat der einen großen Namen, aber warum kümmert sich ein Chemiker um Papierformate? Wilhelm Ostwald war Mitbegründer eines Instituts, das sich 1911 zum Ziel gesetzt hat, das gesamte Wissen der Welt zu katalogisieren. Das heißt, einen weltweit einheitlichen Standard zu entwickeln, wie Bibliotheken zum Beispiel ihre Bestände katalogisieren. Gleichzeitig hat dieses Institut ein Weltformat für Druckerzeugnisse propagiert. Vor allem eben die Idee der einheitlichen Proportionen. 11 Jahre später, 1922, hat das Deutsche Institut für Normung das festgeschrieben. Viele andere Länder haben das dann übernommen.

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