Physik

Wie gefährlich sind Blitze für Fische und Wassertiere?

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Gábor Paál
Gábor Paál (Foto: SWR, Gábor Paál)

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Es kommt vor, dass Fische oder Enten von einem Blitz getötet werden. Dass wir das so selten erleben, liegt wohl daran, dass wir bei solchem Wetter selten ein Picknick am See machen. Es passiert aber auch nicht so oft.

Warum werden wir bei Gewitter aus dem Schwimmbad gejagt? Weil das Schwimmbad oder der See eine große flache Wasserfläche ist und jeder, der darin schwimmt, herausragt – und Blitze suchen sich ja bekanntlich den höchsten Punkt in der Landschaft.

Strom verteilt sich nach Blitzschlag rasch im See und wird "verdünnt"

Eine Ente ragt auch aus dem Wasser heraus, und ein Schwan noch weiter, deshalb sind beide gefährdet. Aber generell werden Wasserbewohner tatsächlich nicht so oft von einem Blitz erschlagen. Das liegt zum einen daran, dass sich der Strom im Wasser relativ schnell "verdünnt". Verdünnen nur im übertragenen Sinn: Natürliches Wasser enthält viele gelöste Stoffe und ist deshalb ein sehr guter Stromleiter. Deshalb ist der Föhn in der Badewanne so gefährlich.

Aber gerade weil Wasser ein sehr guter Leiter ist, breitet sich der Strom von der Einschlagstelle des Blitzes sofort in alle Richtungen aus – zur Seite und in die Tiefe. So verteilt er sich in alle Richtungen. Dabei nimmt mit zunehmender Entfernung vom Einschlagpunkt die Stromdichte schnell ab. 50 bis 100 Meter neben der Stelle, wo ein Blitz einschlägt, ist die Stromdosis kaum noch gefährlich.

Fische "nützen" dem Blitz kaum beim Aufbau der Spannung

Die Fische haben noch einen Vorteil: Sie schwimmen im Wasser, nicht an der Wasseroberfläche. An Land hingegen fungieren Menschen und Tiere wie Stromleiter. Das heißt, der Blitz bzw. der Strom sucht sich den Weg im Zweifel durch unsere Körper hindurch, weil auch wir zu zwei Dritteln aus Wasser bestehen und deshalb viel bessere Stromleiter sind als die Luft um uns herum. Wir dienen also dem Blitz als Stromkabel.

Die Situation im Wasser ist völlig anders, weil das Wasser selbst ja schon den Strom ziemlich gut leitet. Deshalb ist für den Blitz der Fisch auch kein besonderer Anziehungspunkt, denn der leitet den Strom nicht schneller als das Wasser um ihn herum.

Je kleiner ein Tier ist, desto weniger Schaden richtet der Blitz an, weil er im kleinen Körper nicht so große Spannungen aufbauen kann. Trotzdem: Es kommt durchaus vor, dass bei einem Gewitter Fische getroffen werden. Aber für die Fische ist es nicht so gefährlich wie für die Menschen, die groß sind, an der Oberfläche schwimmen und dort einen richtigen Köder für den Blitz darstellen.

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