Optik

Warum wirken Marionetten auf der Bühne größer als in Wirklichkeit?

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Gábor Paál
Gábor Paál (Foto: SWR, Oliver Reuther)

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Es handelt sich um eine optische Täuschung, die absichtlich eingesetzt wird. Das bestätigte mir Karin Birkhold-Gerhards vom Marionettentheater in Schwäbisch Hall.

Optische Täuschung wird durch mehrere Effekte erzielt

  1. Die Marionetten erscheinen so groß, weil die Requisiten – also die Gegenstände, mit denen sie zu tun haben, wie Stühle, Tische oder Türen – im Verhältnis etwas kleiner gestaltet sind. Neben diesen kleinen Gegenständen wirken die Figuren fürs Auge umso größer.
  2. Außerdem ist die Bühne selbst zwar relativ breit, hat aber nach hinten nur wenig Tiefe. Der Raum, in dem sich die Marionetten nach vorne und hinten bewegen, ist also relativ schmal. Das Bühnenbild wird aber so gestaltet bzw. gezeichnet, dass es so aussieht als wäre nach hinten sehr viel Raum. Und auch dies lässt die Figuren größer erscheinen.
  3. Das alles funktioniert aber vor allem deshalb, weil der Zuschauer es mit künstlichen Figuren zu tun hat, bei denen er nicht weiß, wie groß sie wirklich sind. Wir sehen also die Tische, die Stühle und Türen und gehen davon aus: Die sind "normal" groß – gleichzeitig sieht das Auge die Figuren, die im Vergleich dazu übergroß erscheinen. Würde statt der Figuren ein Mensch die Bühne betreten, wäre die optische Täuschung weg – dann würde man sofort sehen, dass der Mensch "normal" groß ist und es sich bei den Tischen und Stühlen im Vergleich dazu um Mini-Gegenstände handelt.

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