Schwarzerde-Böden gehören zu den weltbesten Ackerböden
Das liegt vor allem an den Schwarzerde-Böden, die zu den besten Ackerböden der Welt gehören. Sie sind locker, schön krümelig, humusreich, kalkhaltig, oft sehr tiefgründig – und in der Ukraine weit verbreitet.
Mehrere günstige Umstände kommen hierfür zusammen: Die natürliche Landschaft weiter Teile der Ukraine besteht aus Steppe, denn die Ukraine liegt weit weg vom Ozean, hinter den Karpaten. Es regnet viel weniger als in Mitteleuropa, und im Winter ist es ziemlich kalt.
Außerdem ist die Ukraine bis auf die Karpaten ganz im Westen weitgehend flach. Auf diesen Flächen wurde noch in der letzten Eiszeit viel Löss abgelagert. Löss kennen wir auch aus weiten Teilen Deutschlands: Es ist ein kalkhaltiges, relativ lockeres Sediment, nicht zu lehmig, nicht zu sandig. Das ist schon mal ein gutes Ausgangsmaterial.
Unter Steppenbedingungen entwickelten sich aus diesem Löss die für die Ukraine so typischen sehr humusreichen Schwarzerde-Böden. Der viele Humus kommt daher, dass die Gräser und die andere Steppenvegetation, die im Frühjahr wächst, sich im Sommer, Herbst und Winter nur teilweise zersetzt und abgebaut wird: Im Sommer ist es oft zu trocken, im Winter zu kalt. Dadurch reicherte sich über die Jahrtausende organischer Humus im Boden an.
Hinzu kommt ein äußerst aktives Bodenleben. Denn gerade wegen der starken jahreszeitlichen Schwankungen gibt es eine Reihe von Tieren, die immer wieder zwischen Oberfläche und Untergrund pendeln und den Boden durchmischen und durchwühlen. Das sind nicht nur Würmer, sondern auch Murmeltiere oder Feldhamster.
Fruchtbare Böden führen zu hohen Getreideernten
All diese Faktoren führen zu diesen extrem fruchtbaren Böden, die hohe Getreideernten ermöglichen. Deshalb haben sich auf diesen Böden schon vor tausenden von Jahren Menschen niedergelassen, um Ackerbau zu treiben. Sie haben dafür auch Brände gelegt; das hat an vielen Stellen den Boden zusätzlich mit Asche und Nährstoffen angereichert.
Die Ukraine ist zwar nicht das einzige Land mit solchen Böden, in Europa findet man größere Flächen auch in der ungarischen Puszta und in Rumänien, aber die Ukraine hat innerhalb Europas flächenmäßig die größte Schwarzerde-Fläche. Und nach Osten geht dieser Steppengürtel noch viel weiter. Er zieht sich über Kasachstan und Teile Russlands bis in die Mongolei. Die Ukraine bildet aber das westliche, europäische Ende dieses weitgestreckten Gürtels und ist gerade deshalb innerhalb Europas die Kornkammer schlechthin.
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