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Warum sind einige Vögel monogam und andere nicht?

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AUTOR/IN
Hans-Heiner Bergmann

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Also, ich habe an einem kleinen Teich vor meinem Fenster ein Schwanenpaar gehabt. Da ist jetzt, weil der Fuchs eingeriffen hat, nur noch der alte Herr übrig. Die hatten vor drei Jahren etwa Nachwuchs, drei Kinder, die dann auch schön heranwuchsen, und in der folgenden Saison hat sich die Tochter mit dem Vater zusammengetan. Also, das heißt immer noch, dass sie monogam sind. Immer ein Partner männlich, ein Partner weiblich heißt Monogamie.

Also, dass sie ihr Leben als ein Paar verbringen.

Das hat man von den Gänsen auch immer gesagt, aber das gilt nur unter Einschränkung. Also der alte Herr hat sich dann mit der jungen Dame zusammen getan und hat sich auch mit ihr gepaart. Derweil hat die Frau, die alte Mutter, Eier gelegt, die waren dann nicht befruchtet, alles ziemlich peinlich. Aber so was gibt es. Also es hängt von den Bedingungen ab, und so weichen auch die monogamen Arten ab.

Meistens handelt es sich ohnehin nur um eine, wie man so sagt "serielle Monogamie". D.h. jedes Jahr gibt es einen neuen Partner. Nur in einigen Fällen weiß man - das gilt für Gänse zum Beispiel oder auch für Schwäne - dass sie langfristig zusammenhalten. Das bedingt aber auch, dass sie den ganzen Winter zusammenbleiben, bei den Gänsen ist das so.

Aber bei vielen anderen Vögeln, die wegziehen kann das gar nicht funktionieren, die müssen ja sowieso nach Afrika, und da können die nicht paarweise fliegen - in der Nacht sowieso nicht. Also, da funktioniert eine Dauermonogamie nicht, aber wohl eine Einzelmonogamie, und dann weiß man ja inzwischen aber auch ziemlich genau, dass das Prinzip Seitensprung sehr verbreitet ist: Die Männchen versuchen, andere Weibchen für sich zu gewinnen und dafür zu sorgen, dass ihr Erbgut auch über andere Weibchen noch in die nächste Generation kommt.

Trotzdem ist es interessant, dass die Monogamie speziell bei Vögeln so ausgeprägt ist. Was steckt da für ein biologischer Sinn dahinter?

Ja, sicher spielt diese Kooperation, die sie angesprochen haben, eine wichtige Rolle. Eine Anzahl Junge im Nest aufzuziehen, geht leicht, wenn man zusammen arbeitet. Dass es aber kein Zwang ist, zeigt sich wirklich bei den Hühnervögeln, wo Hähne mit der Aufzucht der Jungen im Freien gar nichts zu tun haben und das von den Weibchen allein gemacht wird. Die Hähne können auch und müssen so prachtvoll schwarz, weiß und bunt sein und ganz viel aufälliges Verhalten zeigen in der Balz, und die Hennen sind immer unaufällig tarnfarbig, das müssen sie auch sein, weil sie nachher die Jungen aufziehen müssen.