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Man könnte fast sagen: Sie machen das wie ein klassischer Farbfernseher. Da entsteht die Farbe im Bild durch die Farbmischung: Auf einem Fernsehbildschirm gibt es rote, grüne und blaue Bildpunkte, die je nach Bedarf zu einer Farbe gemischt werden.

Haut besteht aus verschiedenen Zelltypen

Die Haut des Chamäleons besteht aus verschiedenen Zelltypen mit jeweils unterschiedlichen Farbstoffen. Es gibt Hautzellen mit rötlich-gelben Pigmenten, Carotin beispielsweise. Dann gibt es einen zweiten Zelltyp, der enthält dunkle, braune Farbstoffe, sogenannte Melanine. Beim dritten Zelltyp ist es etwas anders. Der enthält nicht direkt einen Farbstoff, aber dafür bestimmte Kristalle, die das Licht nach Bedarf unterschiedlich stark brechen oder reflektieren können. Dadurch kann das Chamäleon einen bläulichen Farbton erzeugen.

Das ist so ähnlich wie beim Himmel und dem Meer, die blau erscheinen, obwohl kein blauer Farbstoff drin ist; dieser Effekt entsteht rein durch Lichtbrechung. Auch das Chamäleon hat Zellen, die das Licht so brechen können, dass ein bläulicher Eindruck entsteht. Und das, zusammen mit den rötlichen und den bräunlichen Pigmenten, gibt ihm ein breites Spektrum an Farben. Es sind nicht alle Farben möglich, rosa zum Beispiel ist etwas schwierig, aber das Spektrum ist doch recht groß.

Verteilung des Farbstoffs innerhalb der Zellen ändert sich beim Farbwechsel

Das An- und Abschalten der Farben funktioniert auf sehr raffiniert Weise: Die Menge des jeweiligen Farbstoffs in den Zellen verändert sich gar nicht. Was sich verändert, ist, wie sich der Farbstoff in der Zelle verteilt. Das heißt, wenn das Chamäleon eine rot-gelbe Farbe annehmen soll, dann breiten sich diese entsprechenden Farbstoffe in ihren Zellen schön aus. Wenn dieser Rot-Gelb-Ton abgeschaltet werden soll, dann gibt es ein Nervensignal, das diese Hautzellen ansteuert. Dieser Nervenimpuls sorgt dann dafür, dass der Farbstoff in der Zelle nicht verschwindet, aber sich zusammenzieht, zusammenballt, also nur noch einen kleinen Punkt in der Zelle ausmacht und nach außen keine Wirkung mehr hat.

Signal zum Farbwechsel kommt über Nervenimpulse

Aber wissen nun die Hautzellen, welche Farbe gefrade gefragt ist? Die Hautzellen bekommen die Signale über Nervenimpulse. Der Vorteil ist, dass das sehr schnell geht, wie ein Reflex. Das heißt, in Bruchteilen von Sekunden können sie die Farbe ändern.

Nicht Tarnung, sondern Kommunikation steht im Vordergrund

Anders als man immer glaubt, dient die Färbung nicht in erster Linie der Tarnung. Die wichtigste Funktion der Färbung ist eigentlich die Kommunikation mit anderen Tieren. Das kann man beobachten, wenn man fragt, wann sich die Farbe von Chamäleons am schnellsten ändert. Das tun sie nicht, wenn die Umgebung wechselt, sondern wenn sie einem Artgenossen begegnen; dann geht das ruck, zuck!

Sie benutzen die Farbe auch zur Temperaturregelung. Also wenn es ihnen etwas zu kalt ist und sie es etwas wärmer brauchen, wird die Haut dunkler, sodass sie mehr Sonnenwärme absorbiert.