Landwirtschaft Immer weniger Kühe sind auf der Weide. Wie wirkt sich das auf die Insekten aus?

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Sendedatum
Sendezeit
16:05 Uhr
Sender
SWR2

Die Tatsache, dass weniger Kuhfladen auf den Weiden liegen, spielt im Zusammenhang mit dem Insektensterben eine relativ kleine Rolle. Denn von den 33.000 Insektenarten in Deutschland sind es doch sehr wenige, die genau an diesen Lebensraum angepasst sind.

Ein wichtiger Punkt ist aber sicher, dass diese Rinderhaltung, also die Weidetierhaltung im klassischen Sinne, für die Aufrechterhaltung von artenreichen Pflanzengesellschaft relativ wichtig war. Diese eher extensive Formen der Landwirtschaft ist sicher besser als die Art, die wir jetzt häufig haben, dass also viele frühere Weidetiere das Licht gar nicht mehr sehen und man intensiven Futtermais oder andere Pflanzenarten anbaut, um die Tiere zu füttern. Das Weiden ist auch ein ganz wichtiger Aspekt für Pflegemaßnahmen in Naturschutzgebieten. Da freut man sich, wenn Schäfer mit ihren Schafen für eine natürlich Beweidung sorgen.

Schafe hinterlassen nur Köttel, keine Fladen

Bei den Schafen geht es weniger um das, was sie hinterlassen. Sie sorgen vielmehr dafür, dass es eine Verjüngung der Pflanzen gibt.

Bei allen Pflegemaßnahmen, allen Beweidungen oder auch beim Mähen ist es immer wichtig, dass es Bereiche gibt, die man nicht mäht. Denn beim Mähen und bei der Beweidung entzieht man den Insekten die Nahrungsgrundlagen. Außerdem tötet man häufig die Larvenstadien der Insekten. Wir denken immer an die erwachsenen Insekten wie z.B. die Schmetterlinge. Aber die brauchen ja viele Wochen, in denen sie sich als Raupe an Pflanzen gütlich tun können. Da ist es wichtig, dass man immer Bereiche stehen lässt, wo sich diese Larven entwickeln können.