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Ich weiß jetzt nicht, ob ich mich in diesen Streit da einmischen soll. Wie gesagt, wir haben ja am Anfang schon gesagt, dass solche Art Vergleiche eigentlich immer unfair sind, weil bestimmte Arten bestimmte Dinge gut können. Also Katzen können mit Sicherheit andere Dinge gut als Pferde.

Allerdings diese Art von Auseinandersetzungen ist typisch menschlich. Also sogar in unserer Forschungsstelle in Grünau gibt es zwischen den Leuten, die an Raben arbeiten, die an Gänsen arbeiten und die an Waldratten arbeiten immer die wüstesten Streitereien, wer denn jetzt bestimmte Leistungen besser machen kann. Und das sind, wie gesagt, Wissenschaftler, aber man neckt sich eben.

Die Frage, die dahinter steht, ist durchaus: In welchen ökologischen Zusammenhängen werden Tiere gescheit?

Also es gibt zwei große Bereiche, die die Intelligenz sozusagen in der Evolution intelligenzfördernd wirken, das ist das Zurechtkommen mit der ökologischen Umwelt und B die soziale Umwelt.

Das heißt, wenn man jetzt zu den Pferden geht, dann ist das wahrscheinlich das Sozialsystem, das dazu führt, dass sie nicht so dumm sind wie manche Leute glauben würden. Bei den Katzen ist es wohl eher das Faktum, dass sie ziemlich ausgefuchste Beutegreifer sind. Sie sind nicht so sozial wie die Leute immer glauben, aber sie sind doch relativ alleine unterwegs und sie können mit den Herausforderungen der Umwelt als Räuber und Beutegreifer einfach selber gut umgehen.

Also ich würde sagen, Katze und Pferd, das sind zwei Beispiele, wo die geistigen Leistungen durchaus in anderen ökologischen oder sozialen Zusammenhängen entstanden sein könnten.