1000 Antworten Welche Bedeutung haben Vögel wie z.B. der Fettschwalm für das Ökosystem?

Dauer

Der Fettschwalm wurde erstmals von Humboldt wirklich beschrieben. Es ist eine Nachtschwalbe, also ein großer Vogel mit ca. 80 cm Spannweite, der eigentlich fast wie Fledermäuse in großen Mengen in Karsthöhlen wohnt, an den Abhängen der Anden oder in den Bergen im Amazonas- und Orinoko-Regenwald. Seit Humboldt dachte man: Na ja, die fliegen nachts raus, fressen irgendwelche Früchte, bringen die zurück in die Höhle, spucken die Samen aus und damit bringen eben die Samen nur in eine dunkle Höhle, ohne etwas für den Regenwald zu tun. Eigentlich wollten wir nur einen Sender ausprobieren und ein paar Informationen sammeln über diese Tiere. Und dabei kam heraus, dass das die wichtigsten Samenverbreiter im Regenwald sind, weil die eigentlich alles anders machen, als Humboldt und die Menschen nach ihm dachten. Sie fliegen nämlich bis zu 100 Kilometer weit, fressen diese Samen, verbreiten die aber in den Gegenden, wo sie dann sind, weil sie da erst mal 2 bis 3 Tage bleiben und eben nicht gleich in die Höhle zurückkommen. Und irgendwann später kommen sie in die Höhle zurück und spucken dort ein paar Samen aus. Das ist eine völlige Umkehrung des gesamten Systems.

Warum bleiben die Tiere so lange von ihren Jungen weg? Wollen sie sich mal ausruhen?

Ja, das ist eine Hypothese. Denn in der Höhle geht’s zu wie auf dem Stachus: ständiges Geschrei, jeder fliegt hin und her; da ist wirklich viel los. Und wenn die Tiere draußen bleiben, im Wald, dann schlafen sie den ganzen Tag. Sie sitzen ganz ruhig oben auf dem Baum, in irgendwelchen Astgabeln, und rühren sich kaum. Es kann natürlich auch sein, dass die Angst vor Fressfeinden haben. Aber zumindest können sie da oben tagsüber ganz ruhig schlafen.