Psychologie

Sind Träume wichtig?

Stand
Autor/in
Michael Schredl
Michael Schredl

Audio herunterladen (1,9 MB | MP3)

Ob träumen wichtig ist, das wissen wir gar nicht, weil jeder Mensch jede Nacht träumt – ob es wichtig ist oder nicht. Das Gehirn als biologische Maschine ist während des Schlafes nicht abgeschaltet. Es ist anders aktiviert als während des Wachzustands, hat auch andere Aufgaben als im Wachzustand. Aber es ist nicht abgeschaltet – so wie das Herz ja auch die ganze Nacht durchschlägt.

Träumen: subjektives Erleben während des Schlafes

Zusätzlich zu dieser biologischen Aktivität ist auch das Bewusstsein, also dieses subjektive Erleben – ich definiere träumen als subjektives Erleben während des Schlafes – auch immer vorhanden. Das heißt also: Träumen ist immer vorhanden. Es gehört zu einer gesunden Funktion des menschlichen Gehirns dazu.

Verarbeiten wir Erlebtes durch das Träumen?

Das ist die große Frage. Natürlich überlegt man sich: Warum hat die Natur es eingerichtet, dass wir auch nachts dieses subjektive Erleben haben? Die ganz Kritischen sage: Die Natur hat sich nicht die Mühe gemacht, dieses subjektive Erleben, das während des Tages immer vorhanden ist, nachts abzuschalten. Das heißt, es läuft auf Ruhemodus einfach weiter und macht halt, was es will. Und es gibt die anderen Leute, die sagen: Vielleicht macht es doch Sinn, wenn wir tagsüber die Dinge, die uns beschäftigen, noch mal durchgehen.

Ich finde den Vergleich mit dem Spielen von Kindern interessant. Das Spielen hat keinen direkten Sinn und Zweck. Aber es trainiert die Fähigkeiten. Das ist so eine Idee, die auch auf die Träume übertragen werden könnte. Das heißt, man spielt verrückte Sachen durch – nicht, um irgendetwas zu erreichen, sondern um seine Fähigkeiten im Umgang mit Situationen, anderen Menschen und Schwierigkeiten zu üben.

Psychologie Einschlafen und aufwachen – Denken wir noch oder träumen wir schon?

Träume ähneln Gedanken mehr als bisher angenommen. Sind Schlaf und Wachsein also das Gleiche? Die Schlafforschung untersucht, was beim Einschlafen und Aufwachen im Gehirn passiert.

SWR2 Wissen SWR2

Derzeit gefragt

Psychologie Warum vergeht die Zeit im Alter schneller?

Für Kinder dauert ein Jahr eine gefühlte Ewigkeit, im Alter geht die Zeit im Nu vorbei. Dieses Phänomen ist inzwischen gut belegt und lässt sich psychologisch erklären. | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.

Geschichte Wie nannte man das "Mittelalter" im Mittelalter?

Wir können heute vom Mittelalter sprechen, weil wir in der "Neuzeit" leben. Aber im Mittelalter selbst gab es eine ganz eigene Zeitrechnung, die heute kaum jemand kennt. Von Gábor Paál | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.

Gehirn Woran erkennt man eine beginnende Alzheimer-Erkrankung?

Typisch für Alzheimer in der ersten Zeit ist ein ganz starkes Nachlassen des Kurzzeitgedächtnisses. Auch Orientierungsstörungen sind typisch. Also nicht nur eine Einschränkung im Gedächtnis, sondern richtige Störungen, bei denen Sie zum Beispiel überhaupt nicht mehr wissen, welche Tageszeit ist oder welches Datum wir haben. Von Sylvia Kern

Redewendung Man sagt: "Das kommt mir spanisch vor." Warum nicht italienisch oder französisch?

Als Karl V. im Jahr 1519 zum König von Deutschland gewählt wurde, zog er mit seinem spanischen Hofstaat nach Deutschland. Zur Verwunderung der Deutschen. Karl sprach nicht gern Deutsch und wenn, dann nur mit seinem Pferd. Von Rolf-Bernhard Essig

Medizin Gibt es bei Organspenden eine Altersgrenze?

Ein Herz oder eine Bauchspeicheldrüse kommt in diesem Alter sicherlich weniger infrage. Aber die Nieren zeigen häufig bis ins hohe Alter eine gute Organfunktion. Das wird vorher, auf der Intensivstation, evaluiert. Von Conny Bürk