Hygiene

Schadet zu viel Hygiene der Gesundheit?

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Markus Egert
Prof. Dr. Markus Egert (Foto: SWR, HFU/Foto: Silicya Roth)

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Hygienehypothese: frühkindliche Exposition mit Mikroorganismen schützt

Das Stichwort ist hier die sogenannte Hygienehypothese: Der Mensch braucht, um gesund zu sein, Kontakt mit vielen verschiedenen Mikroorganismen. Das weiß man.

Nehmen wir mal an, man würde ein Experiment machen, bei dem man Menschen steril aufzieht. Dann werden diese Menschen nicht gesund. Das darf man nicht.

Die Kunst ist, im Leben Kontakt mit Mikroorganismen zuzulassen – also viel rauszugehen, auch mal im Dreck zu spielen. Bei Kindern wird der Schnuller, der runtergefallen ist, nicht mit Sagrotan desinfiziert, sondern nur mit dem Taschentuch ab gewischt. Und man ernährt sich vielfältig – das sind wichtige Punkte.

Keine Masernpartys!

Es wäre aber falsch zu sagen: Ich suche zum Beispiel bewusst den Kontakt mit Infektionskrankheiten und mache eine Masernparty. Wenn also ein Kind krank ist, stecke ich alle zusammen, damit die bewusst krank werden und sich so das Immunsystem abhärtet. Das wäre total falsch.

Bei Kindern Kontakt mit Mikroben zulassen

Man muss eine gewisse Balance hinkriegen. Den Kontakt mit Mikroben, den ich als Säugling und als Kind habe, ist entscheidend. In meinem Alter, um die 50, ist es total egal. In Bezug auf die Hygienehypothese ist es total egal, was ich in dem Alter mache; da ist schon alles gelaufen. Aber bei Kindern ist es wichtig, dass man Kontakt mit Mikroben zulässt.

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