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Rolf-Bernhard Essig (Foto: Imago, SWR, imago/Lichtgut)

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Qualitätsausdruck der Schneiderzunft

Dabei geht es um die Schneiderzunft. „Strich und Faden“ hängt damit zusammen, dass sich das Gewebe aus zwei sich kreuzenden Fäden zusammensetzt. Die nennt man „Strich“ und „Faden“.

Mit einem Fadenzähler – Sie kennen vielleicht diese kleinen Lupen – kann man feststellen, ob das Gewebe in Ordnung ist. Das haben die Meister gemacht. Wenn der Geselle nach Strich und Faden gut gearbeitet hatte, dann war das eine sehr gute Arbeit.

Aus dieser Verwendung, die positiv war, hat sich dann die Bedeutung „umfangreich“ oder „im genauen Sinne“ oder „vollkommen“ herausgebildet. Wenn man also man jemanden nach Strich und Faden belügt, dann macht man das in vollkommener Weise. Aber eigentlich war es ein Qualitätsausdruck im Bereich der Schneiderzunft.

Aus dem maritimen Bereich, wo man in "Faden" misst, kommt der Ausdruck nicht?

Ich muss Sie enttäuschen, es ist leider nicht maritim. Ich habe für die Zeitschrift  „mare“ einen Essay über maritime Redensarten geschrieben. Da gibt es wundervolle Ausdrücke wie : „Den Wind aus den Segeln nehmen“ oder eine „Breitseite“ oder „auf Grund laufen“, „durch den Wind sein“ – das ist ein ganz wunderbarer Bereich.