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Das ist eine These des Kollegen Prof. Vennemann von der LMU in München. Ich finde sie sehr anregend und interessant; allerdings lässt sie sich leider nicht nachweisen. Es ist also „anregende Spekulation“. Ich habe die Arbeiten damals in den 90er-Jahren gelesen. Sie sind nicht weiter aufgegriffen worden und es hat auch niemand versucht, sie zu widerlegen. Es ist einfach eine These, eine interessante Idee.

Der Kollege Vennemann hat versucht, das anhand der Flussnamen nachzuweisen. Wir wissen, dass z.B. die romanischen Sprachen Spanisch, Französisch, Katalanisch, die jetzt in der Nähe des Baskischen gesprochen werden, aus dem Westen gekommen sind, aus Italien. Und wir wissen auch, dass das Lateinische und Griechische weiter aus dem Osten gekommen sind. Die indoeuropäische Ursprache wurde vermutlich entweder in Anatolien oder in der südrussischen Steppe gesprochen.

Das heißt, dass die Sprachen aus dem Osten nach Europa gekommen sind und vermutlich dort vorher existierende, alteuropäische Sprachen ersetzt haben. Diese alteuropäischen Sprachen kann man vielleicht noch anhand der Gewässernamen, insbesondere der Flüsse rekonstruieren. Das war der Versuch von Theo Vennemann. Denn Flussnamen wie Aller oder Rhein kann man nicht weiter erklären. Und er sagte, es könne sein, dass die aus diesem Vaskonischen stammen.

Aber woher kommt dann das Baskische?

Möglicherweise gab es, bevor die Indoeuropäer aus dem Osten gekommen sind, in Europa schon 50 verschiedene, andere Sprachen und das Baskische war eben nur eine von diesen 50. Die waren vielleicht alle nicht miteinander verwandt. Und das finde ich eigentlich auch sehr plausibel. Denn damals gab es keine großen Reiche und vermutlich gab es viele kleine einzelne Fürstentümer, die viele kleine Einzelsprachen hatten.