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Rolf-Bernhard Essig (Foto: Imago, SWR, imago/Lichtgut)

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Erstens ist das natürlich ein Ausdruck, den wir aus Karl May und aus vielen Western kennen, das ist so etwas, was man den Indianern unterschoben hat, die ja gerne eine bildreiche Sprache verwenden. Und die gespaltene Zunge, das bezieht sich auf die Schlange. Die Schlange hat ja tatsächlich häufig vorne so eine etwas verzweigte Zunge, weil sie mit der Zunge ja sehr, sehr viel wahrnehmen kann. Aber für uns erscheint das natürlich so, als würde jemand nicht grade und klar bei einer Wahrheit bleiben, sondern als würde er das eine sagen und das andere meinen. Also wie man in China gesagt hat "Honigmelonenlippen, Bittermelonenherz", also "pass auf was der sagt, der spricht mit gespaltener Zunge, wie eine Schlange". Und da sind wir natürlich auch gleich wieder bei der Schöpfungsgeschichte, beim Teufel.