STAND
AUTOR/IN
Dauer

Wie kam es dazu, dass aus dem Spruch „Mit Gott und Kaiser fürs Vaterland“ der Kaiser gegen Ende des Ersten Weltkriegs weggelassen wurde und man nur noch „Mit Gott fürs Vaterland“ hörte?

In der Tat kann das daran gelegen haben, dass sich unter den Mannschaften herumsprach, dass die Oberste Heeresleitung Wilhelm II. längst entmachtet hatte und dass er eigentlich nur noch ein Operettenkaiser war. Er hatte theoretisch noch Macht, aber praktisch hatten Ludendorff und Hindenburg schon übernommen. Und insofern ist es mit großer Wahrscheinlichkeit schon bitterer Humor, der da eine Rolle spielte.

Ganz ähnlich gab es gegen Ende des Ersten Weltkriegs auch die ganz böse Art von Redewendung „Bis zur Vergasung“ – damals zustande gekommen durch die Idee vom Wechsel der Aggregatszustände. So dachte man auch, dass wenn man etwas immer hitziger tut, man auch den Aggregatszustand irgendwann wechselt – also vergast. Die armen Schweine an der Front hatten das Gas aber wirklich erlebt. Und insofern war das so eine Verbindung.