Redewendung

Woher kommt "fünf gerade sein lassen"?

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Rolf-Bernhard Essig
Rolf-Bernhard Essig (Foto: IMAGO, SWR, imago/Lichtgut)

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Das ist eine von vielen Redewendungen, die sich aus dem Alltag heraus sehr leicht erklären lassen.

Es geht darum, dass man ein Auge zudrückt. Das war beim „Auge zudrücken“ wirklich eine kuriose Sache, nämlich eine gnädige Rechtsauffassung, wo man manchmal einen einäugigen Boten auf einem einäugigen Pferd schickte. Das ist wirklich überliefert.

Bei „Fünf gerade sein lassen“ ist es ja so, dass fünf eben ungerade ist. Wenn ich aber definiere: „Nein, mir ist jetzt wichtiger, dass ich mich mit dir vertrage“, dann kann ich auch mal dieses Auge zudrücken und sagen „Also für uns ist jetzt mal fünf ungerade“. Das heißt, wir nehmen es jetzt mal nicht so päpstlich wie der Papst, wir sind keine Korinthenkacker.

Wer denkt, diese Redewendung hätte etwas mit Würfel- oder Gesellschaftsspielen zu tun, liegt falsch. Denn gerade da gibt es ja sehr viele Bereiche, wo die Würfelzahl spielentscheidend ist. Beim Roulette zum Beispiel kann man Pair – also gerade – oder Impair – ungerade – setzen. Bei Würfelspielen bewegen wir uns nicht umsonst in einem so kleinen Zahlenraum – eins bis sechs –, wo sich jeder Hinz und Kunz mit auskennt.