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Kann man die Kelten eindeutig von den Germanen unterscheiden?

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Die Römer haben am Anfang die Kimbern nicht als Germanen wahrgenommen, sondern das Wort Germane gab’s damals, so 120 v. Chr., noch gar nicht. Sondern die hielten sie mehr oder weniger für Gallier, Kelten, so etwas von da oben. Sie sahen wahrscheinlich auch ähnlich aus. Sie sind ja lange durch Gallien gezogen, bevor sie in Italien eingefallen sind.

Bei den Kimbern muss man dazusagen, dass ihr König sogar einen keltischen Namen hatte. Er hieß Boiorix, also König der Boia. Die Boia sind in Böhmen einer der ganz großen keltischen Stämme.

Sicher gab es eine große Ähnlichkeiten, aber eben auch Unterschiede. Die keltische Welt, die Latènekultur, vor allem die Spätlatènekultur, ist bereits eine Kultur mit Städten, wir nennen sie Oppida; Cäsar beschreibt die ja auch so. Dagegen ist im germanischen Raum dieses Phänomen nicht zu Hause. Da gibt es zwar eine Kontaktzone, wo man sich begegnet, aber die Stadtkultur ist etwas ganz anderes. Die Kelten ließen sich relativ leicht romanisieren, weil sie dieses Phänomen schon kannten; sie hatten selber Städte entwickelt – nach einem Vorbild aus dem mediterranen Raum, in den sie ja vorgedrungen sind.

Ein weiterer Unterschied liegt in der Sprache: Keltisch und Germanisch sind zwei verschiedene Sprachen.

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SWR