1000 Antworten Woher kommt die Redewendung "ein Gänse, zwei Huhn"?

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Woher kommt die Redewendung „ein Gänse, zwei Huhn“? Eine deutschstämmige Amerikanerin verwendet diesen Ausdruck, wenn sie ihre Kinder zu mehr Schnelligkeit animieren möchte. Gibt es eine Verbindung zu dem Ausdruck „ich weiß alle Gänse und Hühner von ihm“, wenn man also jemanden in- und auswendig kennt. Oder auch mit der Wendung „meiner Hühner wegen können meine Gänse barfuß laufen“ für „das ist mir egal“.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich nur von solchen Dingen wie dem „Gänsemarsch“ oder wie die Hühner durcheinanderlaufen ausgegangen bin. Man weiß ja, dass die einfach sehr, sehr schlecht zu Fuß waren und ich habe nun auch überlegt, was das sein könnte. Es gibt in Wales die Idee, dass man die Schwimmhäute der Gänse sogar in Pech getaucht hat, damit die besser laufen konnten. Das haben sie wahrscheinlich auch bei Lutz Röhrich gefunden, der ja in gewisser Weise unser aller Stammvater ist. Aber einen genauen Nachweis habe ich nicht gefunden. Meines Erachtens spielt die Schwierigkeit mit hinein, Tiere wie Gänse oder Hühner zu treiben und vorwärts zu bringen. Aber eine direkte Verwendung in dieser Art habe ich nicht gefunden und ich kann mir gut vorstellen, dass es aus vorhandenen Redensarten vielleicht auch als eine Art Privatredensart aufgetaucht ist und dann weiter überliefert wird.

Auch bei uns in der Familie gab es private Sprüche, von denen ich erst später erfuhr. Kein anderer kennt die; die haben wir irgendwann entwickelt. Was ich gerne noch machen werde ist, dass ich Wolfgang Mieder in den USA frage. Das ist der Sprichwortpapst, der wirklich über fast alles Bescheid weiß, und ich will das gerne in Vermont für Sie recherchieren.

Vielen Dank. Ich habe mir nun noch gedacht, dass dieses „ein“ und „zwei“ ja keine Artikel zu den Wörtern sind, sondern das sind Zahlwörter: Ein Gänse, zwei Huhn (statt zwei Hühner) – und man stellt sich eine Gänse- oder Hühnerschar vor, die, wie Sie schon gesagt haben, ziemlich lahm vor sich hin trotteln.

Genau, so würde ich es auch sagen. Es ist jedenfalls interessant. Vielleicht kommt man ja auf irgendeinen literarischen Beleg, aber es kann auch eine Privatredensart sein.