1000 Antworten Wie viele Menschen haben jemals auf der Erde gelebt?

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Genau weiß man das nicht, aber Schätzungen gehen von 90 bis 110 Milliarden Menschen aus. Mitunter stößt man auf das Gerücht, dass wegen der Bevölkerungsexplosion mehr als die Hälfte aller Menschen, die jemals gelebt haben, heute leben. Das stimmt so aber nicht. Wenn man davon ausgeht, dass ungefähr 100 Milliarden Menschen bisher gelebt haben, dann sind die 7 Milliarden heute entsprechend 7 Prozent davon.

Kommt es nicht auch darauf an, wann man anfängt zu zählen, also wann man den Beginn der Menschheit ansetzt?

Auch das: Rechnen wir z.B. ab dem Zeitpunkt, wo sich die Evolution von Mensch und Affe entwickelt hat? Oder erst später, in dem Stadium, in dem die Forscher von der Gattung Homo sprechen? Oder erst beim modernen Homo sapiens? Je nachdem redet man über die letzten 6 Millionen Jahre oder nur über die letzten 50.000 Jahre. Da die Evolution ein kontinuierlicher Prozess ist, ist jeder Zeitpunkt, an dem man den Beginn der Menschheit ansetzt, willkürlich gesetzt. Das Interessante ist: Dadurch, dass damals nur sehr wenige menschliche Wesen die Erde bevölkert haben, spielt das in der Gesamtbetrachtung keine allzu große Rolle. Natürlich wären es im einen Fall ein paar Milliarden mehr als im anderen, aber da wir über etwa hundert Milliarden reden, und selbst diese Schätzung sehr grob ist, macht das in der Größenordnung keinen Unterschied.

Entscheidend sind vor allem die letzten 10.000 Jahre – nämlich die Zeit nach dem Beginn der Landwirtschaft. Denn die hat zum ersten Mal ein großes Bevölkerungswachstum ausgelöst. Damals lebten um die 5 Millionen Menschen – heute sind es mehr als tausendmal so viele. Das macht deutlich: Die allermeisten Menschen, die jemals gelebt haben, haben in den letzten 10.000 Jahren gelebt.

Wie kann man die Zahlen von früher überhaupt ermitteln?

 

Im Wesentlichen, indem man die Zahlen nimmt, die man zur Verfügung hat – bereits im Altertum gab es ja schon Volkszählungen; die Bibel berichtet davon – und dann gewissermaßen zurückrechnet. Wir wissen, dass heute auf der Erde über sieben Milliarden Menschen leben. Vor hundert Jahren waren es noch keine zwei Milliarden. Die Bevölkerungswissenschaftler können ungefähr ermitteln, wie groß jeweils das Bevölkerungswachstum war, wie schnell sich die Generationen fortgepflanzt haben, aber sie kennen auch die großen Einbrüche – wie in den Zeiten der Pest – als die Bevölkerungszahlen vorübergehend dramatisch geschrumpft sind. Und so kann man abschätzen, dass in der Zeit von Christi Geburt etwa 300 Millionen Menschen lebten. Und wenn man diese Zahlen dann alle zusammenrechnet, kommt man auf rund 100 Milliarden Menschen. Richtig ist: Heute leben mehr Menschen auf der Erde als jemals zu einem früheren Zeitpunkt.

Wenn man nur auf die nackten Zahlen guckt, muss man trotzdem sagen: Der „Umsatz“ an Menschen war früher viel höher. Die Lebenserwartung war kürzer, damit auch die Dauer einer Generation. Die Frauen haben früher Kinder bekommen, sie haben mehr Kinder zur Welt gebracht – schon allein deshalb, weil die Kindersterblichkeit sehr hoch war. Aber all diese früh verstorbenen Kinder muss man ja auch mitzählen, wenn man bestimmen will, wie viele Menschen jemals geboren worden sind. Deshalb fallen auch frühere Jahrtausende ins Gewicht und nicht erst die letzten 200 Jahre, in der die Weltbevölkerung von einer Milliarde auf sieben Milliarden Menschen angewachsen ist.

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