Etymologie

Woher stammen die Wörter "Katastrophe" und "Desaster"?

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Die Katastrophe ist laut Lexikon ein folgenschweres Unglück, etwas, was nach landläufiger Vorstellung über uns hereinbricht ober aber durch menschliches Versagen ausgelöst wird.

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Katastrophe: verhängnisvolle Sternenkonstellation

Früher wurde die Verantwortung den Sternen zugeschrieben, konkret den Planeten. Man glaubte, dass sie die Erde umkreisen und dabei manchmal eine verhängnisvolle Konstellation einnehmen, bei der eine bestimmte Umdrehung (griechisch καταστροφή) auf die irdischen Verhältnisse so einwirkt, dass sie sich im Positiven oder Negativen verändern. Schon in der Antike waren die Menschen überzeugt, so wie der Mond Ebbe und Flut auslöst, so würden auch die Planeten den Lauf der Ereignisse bestimmen.

Diese Vorstellungen herrschten schon in Mesopotamien und hielten sich bis in die Neuzeit, sagt der Historiker Gerrit Jasper Schenk: „Tatsächlich wurde nach einem verheerenden Erdbeben in Indien noch im Jahre 1932 sogar unter Wissenschaftlern diskutiert, ob eine bestimmte Sternenkonstellation das Erdbeben physikalisch ausgelöst haben könnte.“

Desaster: ein "Unstern"

Doch nicht nur das Wort „Katastrophe“ hat seinen Ursprung in der frühen Astrologie, sondern auch das „Desaster“ – „Astrum“. Lateinisch: der Stern. Das Wort disastro geht auf die Vorstellung zurück, dass eine ungünstige Sternenkonstellation – in der Übersetzung also ein „Unstern“, ein „Desaster“ – einen negativen Einfluss auf irdische Verhältnisse ausübt.

Und das ist das Erstaunliche: Im Desaster herrscht das Chaos. Chaos ist im Griechischen aber das Gegenteil des Kosmos, was Ordnung bedeutet. Der Lauf der Sterne gehört eigentlich in die Welt des Kosmos und sollte doch für das Chaos des Desasters verantwortlich sein?

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