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Gábor Paál (Foto: SWR, Gábor Paál)

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Milz-Theorie überzeugt nicht

Das ist eine der Fragen, bei der die Wissenschaft heute weniger "schlau" ist als früher.

Früher war die Medizin und Sportwissenschaft überzeugt, dass die Milz schuld sei. Die Milz spielt eine wichtige Rolle im Blutkreislauf, sie speichert Blut, sie produziert und recycelt weiße Blutkörperchen. Deshalb war früher die gängige Erklärung: Wenn sich – vor allem untrainierte – Sportlerinnen und Sportler verausgaben, brauchen die Muskeln mehr Blut, also quetscht die Milz ihre letzten Reserven aus, zieht sich zusammen – und das verursacht das schmerzende Stechen. Das Problem dieser Erklärung ist: Die Milz liegt links im Bauch, Seitenstechen kann aber auch von rechts kommen; da stimmt also irgendwas nicht.

Falsches Atmen bei Laiensportlern: viel spricht für das Zwerchfell als Ursache

Wenn es die Milz nicht ist, könnte es das Zwerchfell sein. Dafür spricht einiges, aber was genau bringt das Zwerchfell zum Stechen? Da gibt es ebenfalls verschiedene Theorien. Das Zwerchfell ist der wichtigste Atemmuskel und untrainierte Läufer atmen manchmal falsch; sie sind buchstäblich kurzatmig. Sie atmen schnell, achten vor allem aufs Einatmen, zu wenig aufs Ausatmen. Dadurch wird das Zwerchfell schlecht durchblutet, bekommt wenig Sauerstoff und verkrampft – auch das könnte das Stechen verursachen.

Zu viel essen oder trinken vor dem Sport beeinflusst ebenfalls das Zwerchfell

Oder aber – auch die Theorie gibt es – es tut deshalb weh, weil das Zwerchfell von anderen Organen nach unten gezogen wird. Wer vor dem Sport zu viel isst oder trinkt, belastet unter Umständen die Leber, den Darm oder den Magen. Und "belasten" ist in dem Fall wörtlich gemeint: Die Organe bekommen zu tun, werden schwerer. Weil sie aber über Muskelgewebe mit dem Zwerchfell verbunden sind, "reißen" sie es ein wenig nach unten, und auch das könnte Auslöser für das Seitenstechen sein – zumindest bei manchen Leuten.

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