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Ja, wenn man den Begriff „Nase“ etwas weiter fasst: Delfine. Man spricht bei Delfinen nicht von einer Nase, sondern von einem Blasloch, das sie oben am Kopf haben. Das Blasloch hat die gleiche Funktion wie bei Menschen die Nase: Es dient zur Atmung, und es hat sich aus der Nase von Landsäugetieren entwickelt.

Delfine und andere Wale sind ja evolutionär Säugetiere, die wieder ins Wasser gegangen sind. Ihre Vorfahren hatten Nasen im Gesicht – allerdings ist diese Nase im Laufe der Evolution und der Anpassung an das Leben im Wasser nach hinten bzw. oben gewandert. Speziell bei den Zahnwalen – zu denen auch die Delfine gehören – sind dabei die ursprünglich zwei Nasenlöcher zu einem Blasloch zusammengewachsen.

Viele Fische haben vier Nasenlöcher

Im Gegensatz dazu haben viele Fische sogar vier „Nasenlöcher“ – allerdings ist die Fischnase etwas völlig anderes: Sie dient zwar dem Geruchssinn – also der Wahrnehmung chemischer Stoffe im Wasser. Aber Fische atmen nicht durch ihre Nase. Bei Walen ist es genau umgekehrt: Sie atmen zwar durch ihre Blaslöcher, aber im Wasser ist das Loch geschlossen, sodass sie damit nichts riechen können.

Fast alle anderen Tiere hat die Evolution mit zwei Nasenlöchern ausgestattet. So wie wir auch zwei Ohren und zwei Augen haben. Warum ist das so? Weil zwei Augen uns eine Tiefenwahrnehmung ermöglichen – wir sehen die Welt dreidimensional. Die beiden Ohren rechts und links haben eine ähnliche Funktion – sie erlauben ein räumliches Hören. Auf diese Weise können wir Schallquellen relativ zuverlässig orten – wir wissen meist sofort, woher ein Geräusch kommt, sprich, wohin wir unsere Aufmerksamkeit richten müssen.

Ostamerikanischer Maulwurf riecht "stereo"

Anders ist es beim Riechen. Wir riechen die Welt nicht wirklich „stereo“. Wozu also zwei Nasenlöcher? Offenbar, weil wir es mal konnten, unser Geruchssinn aber verkümmert ist. Denn zumindest bei einigen Tieren ist nachgewiesen, dass sie tatsächlich stereo riechen. Dazu gehört der ostamerikanische Maulwurf. Maulwürfe sind bekanntlich blind. Dafür ist ihre Nase umso besser. Und vor einigen Jahren haben Forscher gezeigt, dass diese Tiere ihre Beute wie beispielsweise Regenwürmer nur dann effektiv finden, wenn beide Nasenlöcher offen sind. Sobald eins zu ist, verlieren sie die geruchliche Orientierung. Ähnlich, wenn auch etwas schwächer ausgeprägt, wurde das bei Wanderratten nachgewiesen.