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Meiner Meinung nach ist Mobilität insgesamt ein sehr starkes Bedürfnis der Menschen. Wir sind eine sehr mobile Gesellschaft und werden das auch bleiben – vielleicht werden wir sogar noch mobiler. Die Frage ist nun: Wie wird diese Mobilität sozusagen abgewickelt und mit welchem Aufwand betreiben wir sie? Wenn wir sie mit dem Auto betreiben, betreiben wir sie im Grunde genommen mit einem riesigen Aufwand, der zudem Umwelt- und Sicherheitsprobleme mit sich bringt. Ich bin jedoch optimistisch, dass sich Städte auf ihre eigentliche alte Funktion als Austausch-, als Aufenthalts-, als Wohngebiete und ähnliches zurückbesinnen werden und dadurch attraktiver und lebbarer werden.

Ich bin auch der Meinung, dass wir in der Zukunft noch kritischer gegenüber Regelübertretungen werden, die der Gemeinschaft schaden und nur einem individuellen Verkehrsteilnehmer etwas Nutzen bringen. Nicht unbedingt dadurch, dass wir die Gesetze verschärfen, sondern dadurch dass die Menschen das untereinander besser aushandeln. Wenn wir merken, dass jemand eine Regeln sehr stark missachtet, dann reagieren wir darauf sozial. Ein klassisches Beispiel hierfür ist England: dort braucht man keinen Bobby, der da sagt „Das tut man nicht“, sondern man versteht sich sozusagen. Momentan schlagen wir diese Richtung auch langsam ein: Wir möchten, dass sich Leute ins Gemeinschaftsgefüge einpassen einfügen und den Konsens mittragen sollen. Wenn Menschen das nicht tun, bekommen sie dazu eine Rückmeldung aus der Gesellschaft, die sie vielleicht wieder in den grünen Bereich zurücklotst.