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Sie sprechen von dem sogenannten Mikrobiom. Wir wissen, dass unsere Nahrung durchaus auf die Darmflora einwirkt. Die Darmflora bildet Bakterien und Stoffe, die unsere Stimmung beeinflussen. Diese Erkenntnis ist sehr aufregend. Zur Zeit sammeln wir Erfahrungen durch Substitution durch Implantation von Bakterien von Spendern, z.B. nach einer Antibiotika-Therapie oder einer Darmentzündung. Die Fremdbakterien werden in den entleerten Darm eingesetzt. Das klingt zwar abstrus, aber durch eine Kotspende wird versucht, die Darmflora wieder aufzubauen. Die Erfolge sind überraschend gut. Was ich daran so spannend finde ist, dass man dadurch sieht, dass die Nahrung und damit die Darmflora Einfluss auf unsere Stimmung über unser Gehirn nehmen kann.

Nimmt die Darmflora auch Einfluss auf unser Schmerzempfinden, also als wie stark ein Schmerz empfunden wird?

Wenn klar ist, dass die Psyche eine große Rolle dabei spielt, wie wir Schmerzen empfinden, wie belastend er ist, wieviel Angst er macht, dann hängt das natürlich schon von unserer Stimmung ab. Wenn Sie froh gestimmt sind, erleben Sie Schmerz ganz anders, als wenn Sie depressiv oder ängstlich sind. Das weiß jeder Sportler: Wenn er gut drauf ist, hält er schmerzhafte Situationen leichter aus. Und wenn es ihm schlecht geht, dann tut alles weh. Das kennt jeder aus der eigenen Erfahrung. Es gibt Tage, an denen alles mies und schlecht erscheint. Das zeigen die neuen Untersuchungen.

Darm (Foto: Colourbox) (Foto: Colourbox)
Darm (Foto: Colourbox)