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Nein. Zusatzstoffe wie Farbstoffe, Geschmacksverstärker, Glykol etc. dürfen nicht enthalten sein. Dafür gibt es ein Weingesetzt – ähnlich wie das Reinheitsgebot bei Bier, und das sagt: Im Grundsatz ist nur Traubensaft zulässig.

Allerdings ist es erlaubt, Hefen zusetzen, die die Vergärung steuern, und Sie dürfen Wein schwefeln. Mit Schwefel machen Sie ihn haltbarer. Das ist ein sehr altes Verfahren und praktisch alle Weine, es gibt nur ganz wenige Ausnahmen, sind geschwefelt. Das ist auch nicht schlimm und davon kriegt man normalerweise auch kein Kopfweh, was viele glauben.

Ansonsten gibt es noch Behandlungsmittel wie Bentonit. Das ist ein Tonmineral, mit dem Sie schönen dürfen, das fällt dann aber wieder raus. Sie dürfen auch mit Hühnereiweiß oder sonstigen, meistens technischen Eiweißen schönen. Aber das sind alles keine Stoffe, die nachher im Wein drin sind. Der Wein besteht grundsätzlich aus Traubensaft und Hefe, die ihn umsetzt, das war’s.

Zwar gibt es immer mal wieder einen Fall von Aromatisierung, den man bei Untersuchungen feststellt, das kommt aber eher selten vor. Die einzige legale Form der Aromatisierung ist das Barrique: Sie dürfen Holzfässer verwenden, die Sie innen angetoastet haben, also geräuchert sozusagen. Und die geben Weinen Aromen mit, die da drin liegen, zum Beispiel Kokos, Karamelle, Vanille. Diese Charaktere kommen aus dem Barrique. Zu diesem Zweck ist es heutzutage auch erlaubt, Holzspäne zu benutzen, die man ins Fass tut. Das ist eine ausdrücklich erlaubte Ausnahme aus traditionellen Gründen.