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Roséwein und Weißherbst entstehen dadurch, dass man rote Trauben relativ schnell abpresst. Der rote Farbstoff ist bei den meisten Traubensorten in den Beerenhäuten. Wenn man nun diese Trauben kurz einmaischt oder als ganze Taube auf die Kelter tut und sofort presst, dann kommt sehr wenig von dieser roten Farbe aus den Beerenhäuten mit. Im Extremfall kann man so einen Weißwein aus roten Trauben erzeugen. Weißer aus Roten heißt auf Französisch Blanc de Noir. Blanc de Noir-Weine gibt es durchaus auf dem Markt; die werden Sie vielleicht schon getrunken haben.

Wenn etwas Farbe zugelassen wird, entsteht ein Rosé oder Weißherbst. Der Unterschied zwischen beiden ist folgender: Der Weißherbst muss nach deutschem Recht – den gibt’s nur in Deutschland – ein reinsortiger Wein sein, das bedeutet Portugieser Weißherbst, Trollinger Weißherbst, Spätburgunder Weißherbst. So etwas wie „Cuvée-Weißherbst“ ist also nicht erlaubt

Ein Rosé darf eine, muss aber keine Cuvée sein. Viele Winzer stellen Rosé Cuvées her, sie nennen aber auch ihre reinsortigen Roséweine Rosé, weil sie sagen, dass es doch viel moderner sei und die jungen Verbraucher auf Rosé abfahren. Wenn man Weißherbst drauf schriebe, würden sie es nicht haben wollen. Man kann also, muss aber nicht Weißherbst drauf schreiben.

Der Schillerwein wiederum ist ein Produkt aus roten und weißen Trauben. Es ist also kein Rosé, sondern eine Vermählung von Weiß- und Rotwein. Und dieser Schillerwein heißt als Oberbegriff im Deutschen Weinrecht übrigens Rotling. Es gibt auch Badisch Rotgold, da ist die Sorte Grauburgunder und Spätburgunder für vorgeschrieben, aber auch das ist eine Rote und eine Weiße. Und Sie können Schillerwein auch aus jeder anderen beliebigen Sorte herstellen.