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Das kann sehr typisch sein. Und Orientierungsstörungen gehören auf jeden Fall mit dazu. Die sind am Anfang zwar nicht so deutlich, nehmen dann aber zu, und zwar möglicherweise so weit, dass man am Ende gar nicht mehr weiß, wer man selber ist. Aber das betrifft dann die allerletzte Phase.

Am Anfang sind es Kleinigkeiten, die auffallen, wo man eher geneigt ist zu denken: Der Mensch hat gerade ein bißchen Stress. Oder, was es ja auch gibt: Die Beziehung zwischen Ehepartnern ist ja auch nicht immer so ganz wunderbar. Und dann denkt man vielleicht, der andere will einen ärgern.

Anfangs sind das also eher so kleine Störungen und Anzeichen der Verwirrtheit. Aber wenn eine Demenz weiter voranschreitet, dann werden das wirklich massive Störungen, wo man wirklich nicht mehr weiß, ob Morgen oder Abend ist, was für eine Bedeutung eine Toilette hat und andere Dinge. Und sicherlich äußert sich das auch darin, dass man zunächst ganz nahe Familienmitglieder nicht mehr erkennt und zum Schluss auch sich selbst nicht mehr.

Das Thema Aggression ist, so denke ich, noch einmal eine ganz andere Geschichte. Es gibt immer wieder Persönlichkeitsveränderungen bei Menschen mit Demenz. Je nach Persönlichkeitsstruktur kann der Mensch aggressiv werden, weil er eben merkt, dass sich ganz viel verändert, dass er ganz viel nicht mehr hinkriegt, und weil er Angst davor hat, dass andere das entdecken. Und natürlich auch, weil sein ganzes Selbstwertgefühl, seine ganze Selbstachtung massiv beeinträchtigt sind.

Es kann auch sein, dass der Mensch sehr depressiv reagiert und überhaupt nicht aggressiv ist, sondern sehr weinerlich wird und über sich sagt: Ich will sterben.

Alle diese Dinge können auftreten und sind häufig mit einer Demenz verbunden.