1000 Antworten Warum haben Frauen so oft kalte Füße?

Mit solch pauschalen Behauptungen muss man in Zeiten von Sexismus-Debatten vorsichtig sein. „So oft“ ist vielleicht übertrieben, aber es scheint sie zumindest statistisch öfter zu treffen als Männer und öfter, als es der Jahreszeit bzw. der tatsächlichen Temperatur entspricht. Frauen sind es auch eher, die die Socken im Bett anbehalten, Männer machen das seltener, und offenbar nicht nur, weil es uncool ist, sondern auch, weil sie es tatsächlich nicht so nötig haben.

Und warum?

Der Frauenkörper geht anders mit Wärme um. Männer haben mehr Muskeln – im Verhältnis zum Körpergewicht fast die doppelte Muskelmasse – und Muskeln produzieren nun mal viel Wärme. Diese Wärme verteilt sich wiederum im Körper. Außerdem haben Männer noch einen zweiten Vorteil: Sie haben im Schnitt ein größeres Körpervolumen und somit ein besseres Verhältnis von Körperoberfläche zur Masse. Der Körper gibt somit die Wärme weniger schnell ab. Frauen dagegen sind im Nachteil: Sie produzieren weniger Wärme und speichern diese auch noch schlechter. Beides führt dazu, dass ihr Körper öfter auf „Energiesparmodus“ schaltet. Das macht er, indem er sich aufs Wesentliche konzentriert – die inneren Organe, die Körpermitte. Die Versorgung der äußeren Extremitäten dagegen – also Hände und Füße – wird heruntergefahren, weil die es nicht so nötig haben. Denn kalte Füße sind zwar unangenehm beim Einschlafen, aber ansonsten nicht weiter gefährlich.

Dass Frauen öfter kalte Füße haben ist also  nur eine Frage der Physik, der Wärmekapazitäten?

Zumindest kann man es so erklären. Kalte Füße können natürlich auch noch andere Ursachen haben – enges Schuhwerk, dünne Sohlen, niedriger Blutdruck, Bewegung, Ernährung bis hin zu psychische Faktoren, Aufregung usw. – das spielt alles mit hinein. Allerdings kenne ich keine Studien dazu, ob es auch Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt, die sich auf den Fußwärmehaushalt auswirken.