1000 Antworten Können Vorerkrankungen Menschen als Organspender ausschließen?

Dauer

Das Entscheidende beim Ausschluss sind Erkrankungen, die man quasi nicht übertragen darf oder möchte. Das wäre zum Beispiel AIDS, wenn wir jetzt mal eine Infektionserkrankung nehmen. Das HIV Virus darf ja durch eine Transplantation nicht übertragen werden. Das wäre ja fatal. Das heißt, man muss also jeden, der zeitlebens HIV hat, für immer, von der Spenderliste ausschließen.

Dann gibt es vergleichbare Erkrankungen, die bösartigen Tumore zum Beispiel. Jemand, der einmal ein bösartigen Tumor hatte ist ebenfalls von der Spenderliste auszuschließen. Dann gibt es ein paar Ausnahmen, zum Beispiel Hirntumore, die sind ja meistens nur im zentralen Nervensystem oder die beschränken sich auf das zentrale Nervensystem und machen keine Metastasen, also Tochtergeschwülste an irgendwelchen Organen – die kann man nehmen. Das wäre eine Ausnahme. Aber ansonsten gilt, dass Patienten eben auch mit bösartigen Grunderkrankungen nicht in Frage kommen. Wobei man das nach vielen Jahren, wenn das also jetzt eine Tumorerkrankung ist, sagen wir mal wie Darmkrebs, und die Erkrankung schon 20 Jahre meinetwegen her ist und der Patient 20 Jahre dann tumorfrei war, also als geheilt betrachtet werden kann, dann kann man das relativieren. Aber in der Regel sind bösartige Erkrankungen ein Ausschlusskriterium. Weil, man muss ja auch bedenken, die Patienten hatten ja auch dann häufig eine Behandlung, manchmal Chemotherapie, und auch diese Chemotherapeutika, die greifen ja normalerweise Organe an und verbessern sie nicht in ihrer Qualität. Das heißt also, jemand der mal eine Chemotherapie hatte, wegen eines Tumors, dessen Nieren oder dessen Leber sind vorgeschädigt und kommen eigentlich als Organe zur Transplantation nicht mehr in Frage. Also das sind so Dinge, die eigentlich kann man die ausschließen.