1000 Antworten In welchen Fällen eignet sich Methadon als Schmerzmittel?

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Methadon ist seit Jahrzehnten als Schmerzmedikament bekannt, es ist billig und verwandt mit dem Morphin. Damit gehört es in die Gruppe der Opioid-Schmerzmedikamente.

Es gibt ausgewählte Schmerzzustände, wo das Methadon gut wirkt. Das sind insbesondere sehr schwer behandelbare Nervenschmerzen. Die können bei unterschiedlichen Erkrankungen vorkommen, auch bei manchen Tumorpatienten.

In letzter Zeit ging durch die Presse, dass Methadon eventuell direkte Antitumoreigenschaften hat oder eine Wirkverstärkung von Chemotherapie mit sich bringen kann. Dahinter würde ich allerdings ein großes Fragezeichen setzen. Bisher haben wir lediglich einzelne Daten aus Zellkulturversuchen, die uns nicht dazu bringen dürfen, das breit bei Menschen anzuwenden. Der Grund: Methadon ist die „zickige Schwester“ vom Morphin. Es ist ein sehr anspruchsvoll einzusetzendes Medikament. Ich als erfahrener Schmerztherapeut – ich behandle weit über 1.000 Menschen pro Jahr – setze dieses Mittel vielleicht vier- oder fünfmal ein.

Methadon ist ein Reservemedikament für ganz erfahrene Therapeuten. Und es ist ein gefährliches Medikament. In den Händen von unerfahrenen Ärzten kann es den Patienten gefährden. Im Rahmen dieser Methadon-Welle gibt es in Deutschland vereinzelt erste Todesfälle. Auch wir hatten schon ganz gravierende Fälle, wo Menschen mit Überdosierungserscheinungen in lebensgefährlichen Situationen in der Klinik aufgenommen werden mussten.