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Rolf-Bernhard Essig (Foto: Imago, SWR, imago/Lichtgut)

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Unter einem guten Stern geboren

Es gibt kaum eine Weihnachtskrippe ohne schönen Schweifstern. Der Komet bezeichnet weithin strahlend das Ziel der Heiligen Drei Könige und er verdeutlicht, dass Jesus im Wortsinn unter einem guten Stern geboren wurde. Für die Weisen, die Magier, die Könige ist der Stern ein klares Zeichen, dem sie schon lange folgen.

Im Matthäus-Evangelium sprechen sie zu König Herodes:

„Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten.“

Matthäus 2,2

Kurz darauf haben sie ihr Ziel erreicht:

„Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis dass er kam und stund oben über, da das Kindlein war.“

Matthäus 2,9

Natürlich gibt es den Sternenglauben weit vor Christi Geburt, aber dass er sich in unserer christlich geprägten Gesellschaft, die ja die Astrologie explizit ablehnt, sprichwörtlich halten konnte, hängt mit diesem Stern über Bethlehem zusammen.

Deshalb sagen wir bis heute, dass jemand seinem Stern folge, wenn er an einem Ziel festhält – wie eben die Heiligen Drei Könige. Oder wir bescheinigen einem Glücklichen, „unter einem gutem Stern geboren zu sein“. Auch der Schlager alter Tage kennt „Du sollst mein Glücksstern sein“.

Glücksstern "mazol"

Der jiddische Ausdruck für „Glücksstern“ ist „mazol“. Wer jemandem „Massel“ wünscht, wünscht ihm einen „lucky star“, wie man im Englischen dazu sagt. Der Unstern dagegen entstand wohl aus „mazol“ und dem deutschen Wort „schlimm“, woraus der oder das Schlamassel wurde. In so etwas steckten Joseph und Maria, als kein Raum in der Herberge zu finden war. Ihr Glücksstern fand sie aber auch an der Krippe wieder. Und dank ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe ihren rechtmäßigen Empfänger.

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