Judentum Wie wird man Jude? Kann man einfach so konvertieren?

Dauer

Das Judentum ist im Gegensatz zu Christentum und zum Islam keine missionierende Religion. Es ist nicht darauf aus, dass Nicht-Juden konvertieren. Aber wer will, kann Jude werden.

Das Judentum ist im Gegensatz zu Christentum und zum Islam keine missionierende Religion. Das Judentum ist nicht darauf aus, Menschen, die nicht gebürtige Juden sind irgendwie zu überzeugen, jüdisch zu werden. Aber wenn das jemand aus eigener Initiative möchte, beispielsweise wenn jemand einen jüdischen Partner kennen lernt und bereit ist jüdisch zu werden, damit die Familie später eins ist, dann sagen die Juden: Das ist okay. Allerdings kann der Übertritt natürlich nur auf der religiösen Schiene vollzogen werden, denn die Mutter kann ich dann ja nicht mehr auswechseln. Der Sohn oder die Tochter einer jüdischen Mutter ist automatisch per Geburt Jude oder Jüdin. Das ist unabhängig davon, ob diese Person in ihrem späteren Leben eine sehr gläubige Person ist oder nicht. Diese Person ist jüdisch.

Also kann ich nur auf der religiösen Ebene zum Judentum übertreten und das ist ein langer Prozess. Man muss sehr viel lernen. Eine Frau muss auch vorweisen, dass sie eine koschere Küche führen kann. Wenn das ein Mann ist, muss er zeigen, dass er im Gottesdienst mitkommen kann. Es sind viele Erfordernisse, die jetzt im engeren, religiösen Sinne und vielleicht auch im juristischen Sinne relevant sind. Und wenn der Kandidat oder die Kandidatin die entsprechende Prüfung vor einem Gericht von drei Rabbinern abgelegt hat, bekommt der Kandidat oder die Kandidatin den Zettel mit dem Stempel. Wenn es ein männlicher Kandidat ist, wird eine medizinische Beschneidung vollzogen, wenn es eine weibliche Kandidatin ist, geht sie einmal ins Tauchbad und ab dem Zeitpunkt, wo er oder sie die ganze Prozedur überstanden hat, sind beide vollkommen hundert Prozent akzeptiert als Mitglieder der jüdischen Gemeinde und als Juden.