Tod und Trauer Warum werden Tote in festlicher Kleidung in den Sarg gelegt und nicht einfach im Hemd?

Dauer

Ich finde auch, dass die Bestattung in einem einfachen Hemd durchaus sinnvoll wäre. Allerdings zeigt sich in letzter Zeit ein Wandel, da immer mehr Angehörige möchten, dass die Verstorbenen in ihrer Alltagskleidung bestattet werden. So wird meist nicht mehr die herkömmliche Bestattungswäsche verwendet, sondern durchaus auch mal Jeans und ein Polohemd oder das Lieblingskleid der Verstorbenen. Man erkennt daran, dass die Bestattung nicht nur individueller, sondern auch persönlicher wird.

Gibt es dazu Vorschriften?

Das kommt darauf an. Krematorien achten z. B. darauf, dass die Kleidung nicht aus Kunstfasern besteht, sondern aus natürlichen Stoffen. Der Grund: Man fürchtet, dass ansonsten die Schadstoffemission gesteigert werden könnte. Da haben wir in Deutschland in der Tat sehr viele Regeln und Emissionsschutzverordnungen. Die verhindern mitunter sogar, dass ein Teddybär mit in einen Kindersarg gelegt wird. Wie wir in Deutschland Tod und Sterben immer noch regulieren und reglementieren ist aber ein Thema für sich. Der „Staatsakt“, mit dem man sonst Bestattungen vornahm, lag darin begründet, dass man den Verstorbenen früher gerne in seinem „besten Gewand“ bestattet hat. Das war häufig der Hochzeitsanzug bzw. das Hochzeitskleid, weil man davon ausging, dass der Tod auch etwas Würdevolles haben soll. Und als man noch mehr durch die Religion bzw. den christlichen Glauben geprägt war wollte man natürlich, dass der Verstorbene seinem Schöpfer ordentlich gegenübertreten kann.