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Zur Aggression gehören immer zwei Teile: Der angeborene Teil ist temperamentsbedingt. Das kann eine hohe Reizbarkeit sein, niedrige Frustrationstoleranz oder Impulsivität. Es gilt aber immer auch zu beachten, wie die Familie mit diesen Temperamenten umgeht.

Man kann sich das so vorstellen: Wenn ein Baby zur Welt kommt, kriegt es eine Kiste mit Lego-Steinen. Aber was aus diesen Steinen gemacht wird, muss sich erst zeigen. Man kann damit schöne Häuser bauen oder sie achtlos in eine Ecke kippen.

Den Bindungsstil halte ich im Kontext der Aggression für besonders wichtig: Wie gehen Eltern mit den Bedürfnissen ihres Kindes um? Was leben sie ihm vor, z.B. im Hinblick darauf, wie man Probleme bewältigt? Wird ein Kind geschlagen, weil ihm ein Glas umfällt? Wird es abwertend behandelt und erhält kein Lob für seine Leistungen? Dann erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Kind später auch so verhalten wird.