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Zum Osterfesttermin kam es folgendermaßen: Der Termin der Passion Christi und des Kreuzestodes Christi ist historisch nachweisbar; er lag in unmittelbarem Umfeld des jüdischen Pessachfestes. Dieses Pessachfest wiederum war, da die Juden einen Mondkalender hatten, am Frühlingsvollmond orientiert.

Deswegen hat man schon sehr früh entschieden, man müsste auch diesem Mondkalender folgen. Allerdings gab es zunächst zwei Modelle. Das eine Modell, das im Mittelmeerraum, im Osten erdacht wurde, war das, dass man das jüdische Pessachfest und das christliche Ostern einfach am selben Termin begehen sollte – Ostern also am Pessachtermin.

Eine andere Auffassung aus dem Westen des Mittelmeerraums war allerdings, dass Ostern fixiert werden sollte, also nicht beweglich sein sollte im Kirchenjahr. Es sollte am 25. März gefeiert werden, denn dieser 25. März galt nach dem Altem Testament als der Weltschöpfungstag. Das passe mit der Auferstehung zusammen; das ist ja sozusagen die Neuschöpfung der Welt.

Konzil von Nicäa: Ostern ist am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond

Im Konzil von Nicäa 325 wurde der Ostertermin endgültig festgelegt – und keines der beiden Modelle kam zum Tragen. Man hat zum einen tatsächlich den Mondkalender respektiert und gesagt, Ostern soll sich am Mondkalender orientieren. Man hat aber als Alleinstellungsmerkmal, so würde man heute sagen, nicht die Identität mit dem Pessachtermin hergestellt, sondern gesagt, Ostern im christlichen Bereich soll immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond sein. Wenn der Frühlingsvollmond auf einen Sonntag fällt, dann ist Ostern acht Tage später.

Das bedeutet, dass der Ostertermin um insgesamt 35 Tage variieren kann, nämlich um eine Mondumlaufphase von 28 plus maximal 7 weitere Tage, macht zusammen 35. Ostern kann also nie vor dem 22. März und nie nach dem 25. April sein.

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