Redewendung Woher kommt "es zieht wie Hechtsuppe"?

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Die Hechtsuppe ist wirklich ganz verbreitet, im gesamten deutschen Sprachgebiet, seit dem 19. Jahrhundert etwa. Es geht vielleicht darum, dass gerade in der Zeit die jüdische Emanzipation dafür gesorgt hat, dass ganz viele jüdische Ausdrücke in die Hochsprache kamen, durch jüdische Schriftsteller, Journalisten auch. Und dazu gehört "Tacheles reden" zum Beispiel oder "die Mischpoke" und eben auch die "Hechtsuppe".

Hechtsuppe gibt es in der Regel nicht, Sie werden kaum ein Rezept dafür finden. Aber man geht davon aus, dass jüdische Sprecher immer mal wieder gesagt haben "es zieht wie Hechsuppa" und "hech supha" heißt so viel wie Windsbraut, starker Sturm. Das ist ein hebräischer Ausdruck.

Die Deutschen haben wahrscheinlich gedacht: Mensch, der jüdische Humor, da zieht etwas hinein, ein Luftzug, ein starker Luftzug und die vergleichen es mit dem Ziehen einer Fischsuppe, wo ja auch das eine gewisse Zeit braucht, bis der Fisch der Suppe ihren Geschmack gegeben hat. Und insofern war’s wohl ein produktives Missverständnis, was auch aus "hech supha" Hechtsuppe gemacht hat.